Holstein: Genetische Karte wird genauer

Dem Forschungsinstitut für Nutztierbiologie in Dummerstorf (FBN) ist es gelungen, eine genetische Karte für 44’ 000 molekulare Marker bei schwarzbunten Holstein-Rindern zu erarbeiten.

Dazu wurden mit Unterstützung von Norddeutschlands Milchrindzüchtern, dem Förderverein Bioökonomieforschung (FBF) und den Vereinigten Informationssystemen Tierhaltung (VIT) Daten von mehr als 367’000 Rinder in Deutschland ausgewertet, was eine sehr hohe Genauigkeit der Karte garantiert.

Seit mehr als einem Jahrzehnt sind laut FBN molekulare Marker aus der modernen Tierzüchtung mit genomischer Selektion nicht mehr wegzudenken. Dabei werden die Elterntiere anhand ihrer Markerausprägung ausgewählt, was Zuchterfolge erheblich beschleunigt hat. «Eine genetische Karte gibt an, wie weit molekulare Marker voneinander entfernt sind - nicht in einer physischen Masseinheit wie bei einem Lineal, sondern in einer genetischen Einheit», erläuterte FBN-Studienleiterin Dörte Wittenburg.

Diese genetische Masseinheit sei für Züchter wichtig, weil sie mit der Wahrscheinlichkeit zusammenhänge, dass molekulare Varianten gemeinsam vom Elternteil auf den Nachkommen übertragen werden. «Mit unseren Ergebnissen kann nun die Entwicklung neuartiger Methoden für die genomische Selektion vorangetrieben werden», hob die Wissenschaftlerin hervor.

Nicht nur am FBN, sondern weltweit würden Methoden erforscht, um die «Spitzenvererber» identifizieren zu können. Es werde nach den Elterntieren gesucht, die eine außergewöhnlich hohe Chance hätten, Nachkommen mit extrem guter Merkmalsausprägung hervorzubringen. Für die Berechnung würden die genetischen Abstände zwischen den molekularen Markern benötigt. Nur so könnten eher schwer vererbbare Merkmale, wie die Langlebigkeit, mit Erfolg vorangetrieben werden. 

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