
Der innovative Charakter von SmartCalving liegt in der Verbindung zweier bislang weitgehend getrennter Welten: der präzisen Tiergesundheitsüberwachung und der intelligenten Gebäude- oder Techniksteuerung.
DLG
Die Kommission hat 176 Neuheiten-Anmeldungen aus allen Sachgebieten nach strengen Kriterien analysiert und die Gewinner bestimmt. Die Jury vergab 4 Gold- und 27 Silbermedaillen. Zwei Innovationen erhielten zusätzlich den Animal Welfare Award.
Einzellösungen kommunizieren nicht
In modernen Ställen kommt eine Vielzahl an Sensoren und digitalen Systemen zum Einsatz. Sie erfassen kontinuierlich Tier-, Klima- und Betriebsdaten, bereiten diese zu Informationen auf und stellen sie dem Anwender zur Verfügung. «Dennoch bleibt ein entscheidender Schritt häufig dem Menschen überlassen: die eigentliche Handlung», schreibt die DLG-Jury.
Die vorhandenen Technologien arbeiten weitgehend als Einzellösungen und kommunizieren nicht miteinander. Erkennt beispielsweise ein Sensorsystem eine bevorstehende Abkalbung, muss der Landwirt selbst reagieren und entsprechende Massnahmen im Stall auslösen. Gerade bei nächtlichen Ereignissen bedeutet dies einen hohen Arbeitsaufwand und setzt die Anwesenheit des Menschen voraus. «Eine echte, intelligente Automatisierung des Stalles ist damit bislang nur eingeschränkt möglich», hält die Jury fest.
Verbindung zweier bislang weitgehend getrennter Welten
Lock Smartsolutions hat nun gemeinsam mit Smaxtec mit «SmartCalving» eine Lösung für den Abkalbebereich entwickelt, die diesen bisher fehlenden Automatisierungsschritt erstmals umsetzt. «SmartCalving» verbindet externe Tiersignale mit den Klimadaten des «SBE Farmmanagement Systems» und den vorhandenen Aktoren im Abkalbebereich, darunter Curtains, Ventilatoren und Tore. Wird über die Sensorik eine bevorstehende Abkalbung erkannt, löst das System automatisch zuvor definierte Massnahmen aus.
So wird beispielsweise das Stallklima angepasst und der Abkalbebereich in einen optimal geschützten, zugluftfreien Zustand versetzt. Nach dem Ereignis kehrt das System selbstständig in den regulären Automatikbetrieb zurück. «Der innovative Charakter liegt in der Verbindung zweier bislang weitgehend getrennter Welten: der präzisen Tiergesundheitsüberwachung und der intelligenten Gebäude- oder Techniksteuerung», schreibt die Jury. Aus einem reinen Warnsignal werde erstmals eine automatisierte Handlung. Die Sensorik werde nicht nur zur Informationsquelle, sondern zum Auslöser eines vollständigen digitalen Prozesses. «’SmartCalving’ zeigt damit, wie aus vernetzten Einzellösungen ein wirklich intelligenter, autonom handelnder bzw. agierender Stall werden kann», so die Jury weiter.