An der Adalus-Tagung zeigte Remo Weber, wie noch mehr Leistung aus den Holstein-Kühen zu holen ist. Auch die ideale Kreuzung zwischen Milchvieh- und Fleischrassen für die Mast wurde präsentiert.
Auf vielen Betrieben werden Holstein-Kühe gehalten. Wegen des Kostendrucks und der begrenzenden Produktionsfaktoren fragt man sich immer wieder: Liegt bei Holstein noch mehr drin? Diese Frage hat sich auch Remo Weber gestellt.
5,2 kg mehr Milch
Der Meisterlandwirt aus Grasswil BE untersuchte in seiner Diplomarbeit, ob eine Erhöhung des Milchproduktionspozentials (MPP) der Totalmischration (TMR) die Leistung seiner Holstein-Kühe und die Wirtschaftlichkeit seines Betriebes steigern kann. Das Ziel war es, die Produktivität zu erhöhen und das genetische Potenzial seiner Kühe auszunutzen. Er erhöhte das MPP der TMR von 30kg auf 35kg Milch und verglich dies mit der Winterfütterung des Vorjahres.
Um das MPP zu erhöhen, liess er die Grundfutterkomponenten etwa gleich und erhöhte die Kraftfutterkomponente in der TMR. Der Versuch klappte, er konnte bei den Kühen ab der zweiten Laktation gar 5,2kg Milch mehr melken. Mit dieser Leistung war Weber zufrieden. Er behielt die Ration gleich bei. Die Futterkosten pro Kilo Milch blieben gleich hoch, jedoch konnte der Erlös um einiges erhöht werden. Am Schluss fasste Weber zusammen: «Ich habe das Potenzial der Holstein ausgeschöpft, zudem hatte ich keine Probleme mit Milchviehkrankheiten. Um das hohe Niveau zu halten, wird jedoch ein Top-Grundfutter vorausgesetzt.»
Charolais top
Arlène Müller (Hafl) wollte in ihrer Semesterarbeit wissen, wie die Mastleistung durch gezielte Paarung von Fleisch- und Milchviehrassen optimiert werden kann. Sie wertete Kreuzungen von Braunvieh, Fleckvieh, Holstein und Simmental mit Milchviehrassen und den häufigsten Schweizer Mastviehrassen aus. Untersucht wurde das Schlachtgewicht, die Fleischigkeit und die Fettabdeckung.
Für Braunvieh, Fleckvieh und Holstein zeigten Kreuzungen mit den Rassen Charolais und Blonde d’Aquitaine in allen Schlachtkategorien (Kälber-, Muni-, Ochsen- und Rindermast) die besten Resultate. Für die Kälbermast eignet sich auch die Kreuzung mit den Weissblauen Belgiern. Simmental zeigte in Kreuzungen mit Charolais in fast allen Schlachtkategorien gute Resultate. Für die Kälbermast eignen sich Kreuzungen mit Milchviehrassen.
Angus flop
Grundsätzlich haben Kreuzungen mit Angus und, wie erwartet, mit Milchviehrassen schlecht abgeschnitten. Die Resultate sind jedoch mit Vorsicht zu geniessen. «Die Robustheit der Tiere und der Geburtsverlauf wurden während der Studie nicht untersucht. Daher ist es fraglich, ob die Kreuzungen mit beispielsweise Charolais wirklich das Beste ist», sagt Müller. Wegen der Kalbergrösse könnten Charolais-Kreuzungen Geburtsprobleme verursachen, wohingegen Angus punkten könnten, da diese kleiner sind.
Adalus-Tagung
An der Adalus-Tagung in Grangeneuve wurden Forschungsresultate von Diplom-, Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten im Bereich der Tierhaltung, Fütterung, Züchtung, Betriebswirtschaft und Raumplanung präsentiert:
. Ein tieferes Vakuum an den Zitzen ist besser für deren Gesundheit, verlängert aber die Melkzeit.
. Das West-Nile-Fieber ist bei den Pferdebesitzern noch kaum bekannt, es hat jedoch bereits zu vielen Tierverlusten im Ausland geführt.
. Bei den natürlich hornlosen Rinderrassen kann eine weitere Mutation des Gens zu sogenannten Wackelhörnern führen. asc