Konrad Klötzli ist neuer Präsident der IG Anbindestall. Gründungspräsident Hansruedi Scheuner wurde an der Hauptversammlung am Donnerstag in Thun zum Ehrenpräsidenten gewählt.
«Unser Erfolg mit heute mehr als 1500 Mitgliedern wurde uns fast zum Verhängnis, weil unsere Geschäftsführerin Daniela Weber vor einem Berg von Arbeit stand.» Mit diesen Worten brachte Präsident Hansruedi Scheuner das stürmische Wachstum seiner IG Anbindestall auf den Punkt. Deshalb konzentriere Weber sich nun auf das Kassieramt, während Beat Haldimann das Sekretariat übernehme.
Klötzli neuer Präsident
Auch für Scheuner selber stehen Veränderungen an. Er gab der Versammlung seinen Rücktritt bekannt. Gesundheitliche Gründe hätten ihn zum Rücktritt bewogen. Ein Präsident der IG Anbindestall müsse sagen können: «Kommt, wir wollen gehen» und nicht «Geht!», begründete Scheuner. Sein einstimmig gewählter Nachfolger Konrad Klötzli schlug der Versammlung vor, Scheuner zum Ehrenpräsidenten zu wählen. Diese entsprach dem Antrag mit einem grossen Applaus.
Neben Präsident Scheuner traten auch Fritz Bühlmann und Michael Stähli aus dem Vorstand zurück. Für sie neu in den Vorstand gewählt wurden Thomas Knutti, Weissenburg BE, Peter Bieri, Oberdiessbach BE und Christian Tschanz, La Cibourg.Der neue Präsident Klötzli betonte, dass die IG den Fokus auf die Agrarforschung legen wolle: «Wir waren bei der Forschungsanstalt in Tänikon. Dort hat man uns gesagt, man habe nur noch Geld, um für den Laufstall zu forschen, nicht aber für den Anbindestall.» Deshalb wolle die IG auf politischem Parkett aktiv werden.
Unterstützung vom SBV
Als «Stargast» trat Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes (SBV), ans Mikrofon. Er unterstützte auch die Forderung des neuen IG-Präsidenten Klötzli, dass die Forschung im Bereich Anbindestall wieder aktiv werden müsse. Ritter berichtete von seinen Erfahrungen mit dem Anbindestall auf seinem eigenen Betrieb in Altstätten SG. «Wir haben einen Bergbetrieb. Für uns ist es ein Vorteil, dass unser Stall wenig Platz braucht», erläuterte er.
Jede Kuh brauche nur einen Platz zum Melken und Fressen. Das Verhältnis zwischen Mensch und Tier sei auf seinem Betrieb eng: «Jede Kuh wird auf unserem Betrieb täglich geputzt und gestriegelt.» In einem Anbindestall sei es einfacher, die Kühe zu pflegen und unter Kontrolle zu haben. «Gerade die schwachen Tiere schätzen es, wenn sie nicht herumgeschubst werden», so Ritter. Er könne für seinen Betrieb ein sehr positives Fazit pro Anbindestall ziehen, schloss er seine Ausführungen.
Auch das neue Vorstandsmitglied Thomas Knutti ergriff das Wort. Er berichtete von seinen Bemühungen, als Grossrat im Kanton Bern Gleichbehandlung für den Anbindestall bei Strukturverbesserungsbeiträgen zu erreichen. Der Anbindestall biete vor allem für kleinere Betriebe Vorteile. «Wir brauchen nicht nur Grossbetriebe, sondern müssen auch die kleinen und mittleren Betriebe erhalten», fügte Knutti an.