Jerseys haben weniger Gewicht als Holstein und höhere Milchgehalte. Das macht sie, bezogen auf eine definierte Käsemenge, aus Umweltsicht effizient. Swiss Jersey will diese Erkenntnisse bekannt machen.
Die Jerseyzüchter haben wissenschaftliche Belege für die Effizienz ihrer Rasse. Grundlage ist eine Studie, die im «Journal of Dairy Science» veröffentlicht wurde.
Braucht weniger Milch
Forscher der American Dairy Science Association haben die Auswirkungen auf die Umwelt verglichen, die bei der Milchproduktion von Holstein- und Jerseykühen entstehen – berechnet auf die Produktion von 500 Tonnen Käse. Rassenspezifische Merkmale wie Körpermasse, Milchmenge und Milchzusammensetzung, Nutzungsdauer oder Erstkalbealter wirken sich direkt auf die Umwelt aus.
Das Fazit der Forscher: Zwar geben Jerseykühe weniger Milch als Holstein: 20,9 gegenüber 29,1 Kilo pro Tag. Der höhere Fett- und Proteingehalt von 4,8 und 3,7 Prozent erlaubt aber eine bessere Käseausbeute von 0,125kg Käse/kg Milch. Bei den Holstein sind es 0,101kg pro kg. Für 500 Tonnen Käse braucht es 4944 Tonnen Holstein- oder 3987 Tonnen Jerseymilch – 19 Prozent weniger.
Weniger Futter und Emissionen
Diese Milchmenge stammt von 465 laktierenden Holstein- respektive 523,9 laktierenden Jerseys (+13 Prozent). Inklusive Nachzucht entspricht das einer Herde von 987,5 Holsteins und 1079 Jerseys. Wegen der Frühreife der Rasse (Erstkalbealter 25,3 statt 26,1 Monate) und der Langlebigkeit (3 gegenüber 2,54 Laktationen) sind es hier nur 9 Prozent mehr Jerseys. Trotz der grösseren Tierzahl ist die Körpermasse der Jerseyherde um 26 Prozent kleiner, denn eine Jerseykuh wiegt 454, eine Holsteinkuh 680 Kilo.
Die Jerseyherde braucht 20 Prozent weniger Futter, beim Wasserbedarf liegen die Einsparungen sogar bei 32 Prozent. Von den Jerseys fielen 18 Prozent weniger Stickstoff, 14 Prozent weniger Phosphor und 19 Prozent weniger Hofdünger an. Jerseys stiessen 22 Prozent weniger Methan aus und reduzierten den gesamten CO2-Fussabdruck um 21 Prozent im Vergleich mit der Holsteinherde – für die gleiche Menge des verarbeiteten Produkts.
«Entspricht Agrarpolitik»
Bruno Schuler, Präsident von Swiss Jersey: «Wir kennen die Studie. Für unsere Rasse und den Verband sind die Resultate sehr erfreulich. Es entspricht den Anforderungen der Agrarpolitik und den Ansprüchen der Gesellschaft, klimaschonend und ressourceneffizient Milch zu produzieren. 2021 wurde in Australien eine andere Studie erarbeitet, die die Wirtschaftlichkeit und Ressourceneffizienz der Rasse untermauert. Swiss Jersey plant eine Hoftafelaktion, um Konsumenten über die Vorteile der Jerseykuh zu informieren.»
