Kälber in Jutesäcken geschmuggelt

Zu Beginn der 1960er-Jahre verlangten Rotfleckviehzüchter den Import von Sperma. Doch es gab heftigen Widerstand. Bauern griffen zur Selbsthilfe und schmuggelten Kälber in die Schweiz.

rh/Terre et Nature |

Zu Beginn der 1960er-Jahre verlangten Rotfleckviehzüchter den Import von Sperma. Doch es gab heftigen Widerstand. Bauern griffen zur Selbsthilfe und schmuggelten Kälber in die Schweiz.

Anfang der 60er-Jahre verlangten Rotfleckviehzüchter mit dem Aufkommen der künstlichen Besamung den Import von Sperma der Rasse Montbéliarde, welche ursprünglich aus der Simmentaler-Rasse stammt und damals deutlich mehr Milch gab als ihre Verwandten in der Schweiz.

Doch Politik, Verwaltung und Verbände wehrten sich zusammen gegen solche Anliegen. An den vier Schweizer Rassen (Braunvieh, Rot- und Schwarzfleckvieh und Eringer) wurde festgehalten und die 1958 festgelegten Rassengrenzen verteidigt. Viehzüchter aus der Region von Romainmôtier organisierten sich 1964 in einer Genossenschaft zur Verbesserung des Milchviehs.

Als alle Diskussionen mit Bern nichts nützten, griffen engagierte Bauern wie Milo Candaux aus Premier VD zur «Selbsthilfe». Nachts wurden Kälber in Jutesäcken über die Grenze geschmuggelt. Der «Guerre des Vaches» wurde immer heftiger. Konfiszierte Tiere wurden entschädigungslos geschlachtet. Die Bauern protestierten und trieben medienwirksam Kühe über den Zoll Vallorbe. So fielen 1966 die Rassengrenzen. Der Verband «Selectionneurs de Bétail Bovin FSBB» konnte offiziell gegründet werden.

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