
Fruchtbare, gesunde Kühe sind langfristig wirtschaftlich.
Braunvieh Schweiz
Eine unfruchtbare oder euterkranke Kuh früh auszumerzen, ist fast immer wirtschaftlich sinnvoll. Eine Auswertung der Abgangsgründe bestätigt, dass Betriebsleitende den Grossteil der Entscheide, eine Kuh schlachten zu lassen, intuitiv richtig treffen. Betriebswirtschaftlich betrachtet sind die Entscheide jedoch kurzfristig; sie werden getroffen, wenn Tiere bereits unfruchtbar oder krank sind.
Langfristig wäre es für die Wirtschaftlichkeit noch besser, wenn die Kuh gar nicht erst unfruchtbar und krank wird. Bis zu 50 Prozent der Schweizer Milchkühe gehen derzeit noch vor der dritten Laktation ab, und zwar hauptsächlich wegen schlechter Fruchtbarkeit oder Eutergesundheit. Zu oft werden Erstlaktierende jedoch aufgrund einer unterdurchschnittlichen Leistung ausgemerzt, obwohl sie sowohl fruchtbar wie auch eutergesund sind.
Der zu erwartende Deckungsbeitrag solcher Tiere ist meist höher als der einer Ersatzremonte. Diese Kühe geben zwar etwas weniger Milch, versprechen jedoch eine lange Nutzungsdauer bei geringen Tierarztund Besamungskosten. Eine ganzheitliche Betrachtung der Wirtschaftlichkeit legt die stärkere Selektion der fruchtbaren und gesunden Kühe statt hochleistender Tiere für die Remontierung nahe. Dies legt langfristig den Grundstein für eine gesunde, fruchtbare und somit wirtschaftliche Herde mit hoher Nutzungsdauer.