
Michael Geiger passt die Fütterung seiner Kühe an.
Kanton Appenzell Innerrhoden
Sieben Landwirtschaftsbetriebe aus Appenzell Innerrhoden erklärten sich im Mai 2025 bereit, als Pilotbetriebe mit einer Stickstoff-angepassten Milchviehfütterung zu starten.
Milchharnstoffgehalt
Ziel des Projekts ist es gemäss Mitteilung, die Ammoniakemissionen in der Landwirtschaft, die zu 88% aus der Nutztierhaltung stammen, durch eine optimierte Fütterung zu senken. «OptiN-Feed» ist ein Projekt des Landwirtschaftsamts Appenzell Innerrhoden, der Agridea sowie Agrofutura und ist Teil des kantonalen Massnahmeplans Luftreinhaltung. -> Hier gehts zur Website
Erste Analysen der Milch zeigen nun, dass die Stickstoff-Effizienz in einigen Betrieben bereits gestiegen ist. «Als entscheidender Indikator dient der Milchharnstoffgehalt», heisst es in der Mitteilung des Kantons. Bereits eine Reduktion um ein Milligramm pro Deziliter könne die Ammoniakemissionen um bis zu 3,5% senken.
Die Landwirte ziehen Bilanz
«Die Ernährungsphysiologie ist nicht so komplex, wenn man sich damit beschäftigt und die Zusammenhänge sieht», erklärt Landwirt Thomas Fässler. «Gerade Betriebe, die sich aktuell noch nicht mit der Fütterung beschäftigen, können hier profitieren. Kleine Anpassungen haben oft grosse Wirkungen», fährt er fort. Michael Geiger ergänzt: «Man darf den Mehrwert nicht nur im geringeren Einsatz sehen. Es geht um das Gesamtpaket: Wenn die Grundfuttersituation stimmt, lässt sich diese hervorragend ausgleichen, was sowohl der Milchleistung als auch der Umwelt dient.»
Für Daniel Brülisauer ist klar: «Es geht um das Umsetzen von Wissen und die gute landwirtschaftliche Praxis. Die gesteigerte Stickstoffeffizienz und die messbare Steigerung der Leistung der Tiere gehen hier einfach zusammen. Es ist ein Gewinn für die Umwelt und für uns Bauern.»
Fortführung in der Weideperiode
Nach der Winterfütterungsperiode im Stall liegt der Fokus nun auf der bevorstehenden Weideperiode. «Die saisonal schwankenden Proteingehalte des Grases, die für wechselnde Stickstoffgehalte im Futter verantwortlich sind, sollen auch hier durch eine angepasste Fütterung ausgeglichen werden», schreibt der Kanton. So könne die Stickstoff-Effizienz weiter optimiert werden.
Die Schlauen haben das schon länger bemerkt. Und dazu ist es jetzt topaktuell, angesichts steigender Stickstoffdüngerpreise.