Maul- und Klauenseuche auf Zypern

Zypern hat am Dienstag strenge Schutzmassnahmen für Viehbestände verhängt. Zuvor hatten die Behörden mehrere Fälle von Maul- und Klauenseuche (MKS) bestätigt, wie Reuters berichtet.

Die Folge seien landesweite Beschränkungen für den Transport von Tieren und verschärfte Sicherheitsmassnahmen in landwirtschaftlichen Gebieten. Nach einer ersten Diagnose am Freitag hatten Veterinäre einen MKS-Ausbruch in elf Betrieben im südlichen Bezirk Larnaka festgestellt.

Die Region grenzt an die Demarkationslinie, die die Insel teilt. Im Dezember waren bereits MKS-Fälle im türkisch-zyprisch kontrollierten Norden der Insel gemeldet worden. Die Behörden bezeichneten die Lage als schwierig, gaben jedoch an, dass es bislang keine Auswirkungen auf die Milchexporte gegeben habe. Der begehrte Halloumi-Käse ist eines der wichtigsten Exportgüter der Insel.

Es gibt laut Reuters zahlreiche Berichte über den unerlaubten Transport von Heu aus dem Norden der Insel in den Süden. Der letzte MKS-Ausbruch bei Nutztieren auf der Insel wurde 2007 ebenfalls in der Region Larnaka festgestellt.

Ansteckung und Verbreitung

Die Krankheit wird durch direkten Tierkontakt übertragen. Alle Ausscheidungen angesteckter Tiere enthalten den Seuchenerreger. In feinsten Tröpfchen in der Luft kann er lange überleben und mit den Wind auch über weite Distanzen verteilt werden. Auch infizierte Tiere ohne Krankheitszeichen, wie es bei Schafen und Ziegen oft der Fall ist, übertragen die Krankheit. Die Erreger können leicht von Tier zu Tier gelangen. Insbesondere die Schweine scheiden schon vor den ersten Anzeichen einer Erkrankung grosse Mengen an Viren wieder aus, auch über den Speichel werden diese übertragen. Die Viren können sich sogar über die Luft verbreiten und befallen auf diese Weise meist Rinder. Schweine werden oft über das Futter angesteckt. Aus diesem Grund dürfen keine Speisereste («Schweinesuppe») an Schweine verfüttert werden. Weitere Übertragungswege führen über den Menschen, Fahrzeuge, Milch und Fleisch. Die Viren sind empfindlich auf Sonnenlicht und Wärme über 70 Grad Celsius, sie können aber in tiefgefrorenem oder gepökeltem Fleisch Monate und in Jauche und Mist bis zwei Wochen überleben.

Krankheitsanzeichen bei Rindern: Bläschen im Bereich des Flotzmauls, der Maulschleimhaut, der Zunge, im Klauenbereich und an den Zitzen. Die Veränderungen an den Klauen sind schmerzhaft. Darum lahmen die Tiere, trippeln und liegen vermehrt. Auffallend sind ausgeprägtes Speicheln, Kaustörungen und Schmatzgeräusche. Zusätzlich haben die Tiere Fieber, wirken fressunlustig und teilnahmslos.

Die Krankheitsanzeichen bei Schweinen sind weniger ausgeprägt als bei Rindern. Der Klauenbereich ist jedoch stärker betroffen, darum fällt eine akute Lahmheit und häufiges Liegen auf. Bei Ferkeln kann es zu plötzlichen Todesfällen kommen.

Bei Schafen und Ziegen ist der Krankheitsverlauf oft mild und die Bläschenbildung ist weniger stark ausgeprägt.

Der Erreger, ein Virus der Gattung Aphtovirus, bleibt in Rohmilch und ungenügend erhitzten Milchprodukten sowie Gefrier- oder Pökelfleisch monatelang ansteckend. In Stallschmutz, Mist und Jauche bleibt er im Sommer bis zu zwei Wochen, im Winter bis zu drei Monaten ansteckend. Zudem kann der Erreger indirekt über Geräte sowie die Verfütterung von erregerhaltigen Fleischabfällen und Milchprodukten übertragen werden.

->    Ein Merkblatt zur Maul- und Klauenseuche

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