Um den Ausstoss von Methan und Kohlendioxid zu messen, müssen Rinder nicht mehr eingesperrt werden. Möglich macht das das neue amerikanische Green-Feed-System. Es steht nun bei Agroscope im Einsatz.
Mit der Anschaffung des Green-Feed-Systems haben Forscher von Agroscope erstmals in der Schweiz die Möglichkeit, die Methan- und Kohlendioxidabgabe bei Wiederkäuern zu messen, ohne die Tiere in ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken oder sie Messausrüstungen tragen zu lassen. Auch können ohne grossen zusätzlichen Aufwand zahlreiche Messungen durchgeführt werden.
Green Feed – entwickelt in den USA – ist ein mobiles System, das die Abgabe von Atemgasen bei Wiederkäuern misst. Das System kommt ohne Einschränkungen und Belastungen für das Tier, wie dies beispielsweise in Respirationskammern der Fall ist, aus. Zudem erlaubt es Messungen im Stall sowie mobil auf der Weide und an ganzen Herden.
Lockfutter in Portionen
Konkret: Während die Rinder in einem Futterautomaten mit elektronischer Tiererkennung ein Lockfutter geniessen, wird mittels eines Ventilatorsystems die Respirations- und Umgebungsluft beim Maul abgesaugt, und anschliessend werden die Methan- und Kohlendioxid-Emissionen bestimmt.
Um ein gutes Messresultat zu erhalten, sollte ein Besuch beim Futterautomaten idealerweise zwei bis vier Minuten dauern. Damit das Tier genügend lange frisst, gibt die Futterstation das Lockfutter deshalb in mehreren kleinen Portionen im Abstand von rund 30 Sekunden ab. Das Resultat eines Messtages ist somit eine Anzahl von Kurzzeitmessungen der Methan- und Kohlendioxidproduktion von verschiedenen Tieren, die bei Wiederholung über mehrere Tage zu einem Tageswert hochgerechnet werden können.
Über längere Zeit
Der Vorteil von Green Feed liegt laut Agroscope darin, dass es ermöglicht, mit geringem Aufwand Messungen über lange Zeiträume an einer grösseren Anzahl Tiere in ihrer gewohnten Umgebung durchzuführen, ohne ihre Bewegungsfreiheit einzuschränken.
Das Green-Feed-System ist so gebaut, dass es im Stall mit Netzstrom oder auf der Weide mobil und autonom durch eine eigene Solarstromerzeugung betrieben werden kann. Steuerung und Datenkommunikation laufen über Mobiltelefonverbindung und Internet-Applikation.