Neues Zuhause für die Kühe

Endlich war es so weit: Die Kühe der Bauernfamilie Huber aus dem Tösstal konnten Mitte Dezember in ihren neuen Laufstall einziehen. Hubers haben einen unglaublich strengen Sommer hinter sich.

Max Hugelshofer |

Endlich war es so weit: Die Kühe der Bauernfamilie Huber aus dem Tösstal konnten Mitte Dezember in ihren neuen Laufstall einziehen. Hubers haben einen unglaublich strengen Sommer hinter sich.

Vor 22 Uhr war Roman Hubers Arbeitstag selten zu Ende diesen Sommer. Tagsüber arbeitete er auf der Baustelle des neuen Laufstalls mit, und wenn die Bauarbeiter Feierabend machten, dann erledigte er die Arbeit auf dem Hof, die während des Tages liegen geblieben war. Dem Rest der Familie ging es nicht besser.

Vom Tal in die Höhe

Die drei Töchter packten mit an, wenn immer es Lehre und Arbeit ermöglichten, und auch der neunährige Nachzügler Cyrill war in jeder freien Minute auf der Baustelle. Mutter Simone hielt die ganze Familie zusammen, sorgte ganz nebenbei für das leibliche Wohl der Arbeiter und der freiwilligen Helfer aus Verwandtschaft und Freundeskreis. Am Mittagstisch sassen nicht selten 15 Leute, und an heissen Tagen wurden die Getränkeflaschen fast schneller geleert, als Simone Huber Nachschub anschleppen konnte.

Doch nun ist diese strenge Zeit vorbei. Mitte Dezember sind die Kühe in ihren neuen Laufstall eingezogen. Für Hubers ist der Stall ein unverzichtbares Puzzleteil für den Erfolg ihres Bergbauernbetriebs. 2009 haben ihn Hubers übernommen, davor führten sie einen Bauernhof im Flachland, in Altikon an der Thur. «Es war schon eine Umstellung, ins Tösstal in die Berge zu ziehen», erinnert sich Roman Huber.

Hof langsam ausgebaut

Und auch heute hat er beim Arbeiten mit Maschinen noch Respekt vor dem steilen Gelände. Doch Hubers haben den Schritt nie bereut. Gemeinsam brachten sie den neuen Hof auf Vordermann, verbesserten dies und das. Für den Bauer war klar: Wenn er den Viehbestand von 21 auf rund 40 Milchkühe aufstocken könnte, dann wäre der Betrieb fit für die Zukunft. Dazu gehörte jedoch auch ein neuer Stall. Die alten, verstreut liegenden Anbindeställe waren nicht nur zu klein, die Arbeit war auch aufwendig und ineffizient.

Berggebiet im Kanton

Doch obschon Hubers all ihr Geld zusammenkratzten, war für den Stallneubau nicht mehr genügend Geld vorhanden. Nun kam es ihnen zugute, dass sie die angenehm flachen Äcker an der Thur hinter sich gelassen hatten. Denn der neue Betrieb, in der Nähe von Wila im Tösstal, liegt im Berggebiet. Und für die Bewohner des Berggebiets gibt es die Schweizer Berghilfe.

Zusage kam prompt

Hubers fragten bei der Stiftung um Unterstützung an und bekamen bald darauf schon die Zusage. Der ehrenamtliche Experte Martin Reich erklärt: «Schwierigkeiten und wirtschaftliche Nachteile sind im Zürcher Berggebiet die gleichen wie anderswo in den Bergen: nämlich längere Wege, höhere Baukosten, aufwendigere Produktion und Vermarktung und mehr Handarbeit bei der Bewirtschaftung der steilen Wiesen.»

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