Pilotprojekt gegen Euterentzündung

Der Kanton Tessin versucht im Rahmen eines vorläufig auf das Kantonsgebiet beschränkten Pilotprojekts die bei Landwirten gefürchtete Mastitis bei Kühen auszurotten. Sollte das gelingen, wird versucht, das Projekt auf die gesamte Schweiz auszudehnen.

Der Kanton Tessin versucht im Rahmen eines vorläufig auf das Kantonsgebiet beschränkten Pilotprojekts die bei Landwirten gefürchtete Mastitis bei Kühen auszurotten. Sollte das gelingen, wird versucht, das Projekt auf die gesamte Schweiz auszudehnen.

Wie die kantonalen und eidgenössischen Vertreter der Institute für Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit an einer Medienkonferenz in Bellinzona sagten, könne das Projekt, an dem sich 147 kantonale Milchproduzenten beteiligen, wertvolle Indikatoren für einen Ausrottung der Krankheit liefern.

Jede 7. Kuh muss getötet werden

Eine der Hauptursachen der Euterentzündungen ist der Erreger Staphylococcus aureus, der auch Wundinfektionen verursacht. Dabei ist der Genotyp B besonders leicht übertragbar und betrifft immer wieder ganze Bestände. Zudem ist die Krankheit Mastitis eine der Hauptursachen für einen übermässigen Antibiotikaeinsatz in der Landwirtschaft.

Generell hat jede fünfte Kuh während der Laktation eine akute Euterentzündung, jede vierte Kuh leidet an mindestens einem Euterviertel an einer chronischen Mastitis, jede siebte Kuh wird aufgrund einer unheilbaren Mastitis ausgemerzt und jede vierte Tankmilch-Ablieferung weist einen erhöhten Gehalt an Staphylococcus aureus auf.

Wirtschaftlicher Schaden hoch

Infizierte Milch muss vernichtet werden. Gelangt der Erreger dennoch in die menschliche Nahrungskette, kann er Lebensmittelvergiftungen mit heftigen Kopfschmerzen, Brechdurchfall und starken Schwächezuständen verursachen. Verschiedene internationale und nationale Untersuchungen zeigen gemäss einer Publikation des Forschungsinstituts für biologischen Landbau FIBL, dass diese Werte im biologischen Landbau zumindest nicht niedriger liegen.

Die Kosten, die diese Krankheit jährlich verursacht, liegen je nach Quelle zwischen 140 und 250 Millionen Franken. Wie Kantonstierarzt Tullio Vanzetti gegenüber der sda sagte, bietet das abgegrenzte Kantonsgebiet optimale Bedingungen, um gleichzeitig forschend, und operationell die Krankheit nachhaltig zu bekämpfen. Finanziert wird das Projekt, das vorerst bis 2020 dauern soll, zu einem überwiegenden Teil von der Eidgenossenschaft.

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