
Das Pararevo-Selbstfanggitter wurde speziell entwickelt, um Verletzungen zu vermeiden und gleichzeitig das natürliche Verhalten der Kälber am Fressplatz zu unterstützen.
Wilhelm Kristen
Die Kommission hat 176 Neuheiten-Anmeldungen aus allen Sachgebieten nach strengen Kriterien analysiert und die Gewinner bestimmt. Die Jury vergab 4 Gold- und 27 Silbermedaillen. Zwei Innovationen erhielten zusätzlich den Animal Welfare Award.
Fixierung
Fangfressgitter werden bisher im Kälberbereich ungern genutzt, da die jungen Tiere sich oft sehr schwer damit tun, den Kopf über den Drehpunkt der Schwinge zu heben. Hinzu kommt, dass es dabei zu Verletzungen im frisch enthornten Bereich kommen kann.
Trotzdem ist eine kurzzeitige Fixierung der Tiere immer wieder nötig. Einerseits um ein Untersuchen oder Behandeln von kranken Tieren zu ermöglichen, andererseits tränken manche Betriebe am Fressgitter die Milch in Eimern, wobei eine Fixierung der Tiere eine bessere Tierkontrolle ermöglicht sowie ein gegenseitiges Besaugen verhindert.
Hinter dem Kopf
Diese Lücke wird nun durch das Fangfressgitter Pararevo von der Wilhelm Kristen GmbH geschlossen. Es ist ein Selbstfanggitter mit Zentralver- und -entriegelung sowie Einzelauslösung. Jedoch wird im Gegensatz zu herkömmlichen Kälber-Selbstfanggittern der Fangmechanismus nicht über eine Schwinge, sondern über zwei parallele Fangstangen an jedem Fressplatz gesteuert. Diese sind miteinander gekoppelt und werden durch eine Feder standardmässig in Offenstellung gehalten.

Zwei parallel geführte Fangstangen fixieren die Tiere schonend im Halsbereich und reduzieren Stress sowie Verletzungsrisiken.
Wilhelm Kristen
«Das Schliessen der Fangstangen erfolgt hinter dem Kopf im Halsbereich, wodurch das Wohlbefinden der Kälber deutlich verbessert wird», schreibt die Jury. Auf diese Weise und da das Schliessen des Gitters nicht von der Höhe des Drehpunktes abhängig ist, ermöglicht das Gitter eine schnelle Eingewöhnung und eine frühe Gruppenhaltung – selbst in grossen, heterogenen Gruppen oder bei der Gruppenhaltung nach dem Rein-Raus-Prinzip. «Speziell in Stresssituationen sorgt das Pararevo für die notwendige Ruhe», so die Jury weiter.

Das System erleichtert die Eingewöhnung, Tierkontrolle und Behandlung und verbessert Sicherheit und Tierwohl.
Wilhelm Kristen
Für den Landwirt bedeute das Pararveo kürzere Anlernphasen der Kälber an das Gitter, weniger Verdrängungen am Futtertisch sowie seltener gleichzeitiges Einfangen zweier Kälber in einem Fressplatz. «Damit werden nicht nur die Sicherheit für Tier und Halter, sondern auch das Wohlbefinden der Kälber während der Futteraufnahme verbessert», hält die Jury fest. Das Pararevo stelle somit eine wesentliche Weiterentwicklung im Bereich der Fangfressgitter dar.