Die kleinen Jerseykühe sind in der Futterumsetzung um einiges effizienter als grosse Kühe. Dem gegenüber sind männliche Tränker kaum zu vermarkten. Swiss Jersey will deshalb, dass Bio Suisse das Spermasexing zulässt.
Jerseykühe werden auch auf Biobetrieben gehalten. Geschätzt werden bei der Rasse tiefe Aufzuchtkosten, gute Milchinhaltstoffe, Langlebigkeit und gute Anpassungsfähigkeit an Klima, Boden und Lage. Weitere Vorteile der Rasse sind die geringeren Trittschäden und die Stoffwechselstabilität.
Eignen sich nicht für Mast
Dem gegenüber sind männliche Jersey-Tränker kaum zu vermarkten. Das ist auf Biobetrieben ein Problem, denn Bio Suisse verbietet den Einsatz von gesextem Sperma. «Mit diesem Verbot sind Biobetriebe mit Jerseykühen gezwungen, männliche Milchrassentränker zu produzieren, die sich für die Biomast nicht eignen, oder auf die betriebseigene Remontierung zu verzichten», bedauert Daniela Häfelfinger von Swiss Jersey.
Bio Nordwestschweiz hatte bereits 2015 einen Antrag an die Delegiertenversammlung von Bio Suisse gestellt, gesextes Sperma zuzulassen. Dieser Antrag wurde abgelehnt mit der Begründung, bei der Ausrichtung der Bio-Milchviehzucht sei verstärkt auf die Zucht von Zweinutzungsrassen zu setzen.
Jersey mit besserer Flächenleistung
«Der Vorstand von Swiss Jersey hinterfragt diese Begründung vehement», betont Häfelfinger. «Kleinere, leichtere Kühe sind in der Futterumsetzung um einiges effizienter als grosse schwere Kühe, welche einen massiv höheren Erhaltungsbedarf haben. Ein Versuch am Burgrain 2003 und 2004 hat ergeben, dass kleinere Kühe den grossen Kühen in der Flächenleistung Milch um sechs Prozent überlegen sind. Sie produzierten mit Vollweide mehr energiekorrigierte Milch pro Flächeneinheit und sind somit effizienter. Wir wollen deshalb an der Delegiertenversammlung von Bio Suisse am 15. April den Antrag stellen, gesextes Sperma in Biobetrieben zuzulassen.»
David Hermann von Bio Suisse weiss von diesem Antrag. Er stellt jedoch klar: «Gemäss unseren Statuten darf der Verein selbst keinen Antrag stellen, weil er bei Bio Suisse nicht Mitglied ist. Wir haben Swiss Jersey jedoch informiert, dass sie ihren Antrag via eine Mitgliederorganisation oder durch das Sammeln von Unterschriften von 50 Einzelmitgliedern von Bio Suisse platzieren können.»
Das will Swiss Jersey nun tun, wie Daniela Häfelfinger erklärt: «Wir haben auf jersey.ch ein PDF aufgeschaltet und hoffen auf viele Unterschriften von Bioviehhaltern, die unser Anliegen unterstützen.»