Nachgeburtsverhalten kann auftreten, wenn die Kuh überträgt, aber auch, wenn sie an Stoffwechselstörungen leidet.
Wird nach der Geburt eines Kalbes die Nachgeburt nicht innerhalb von sechs bis 48 Stunden abgestossen, spricht man von Nachgeburtsverhalten. Nachgeburtsverhalten tritt bei Milchkühen häufiger auf als bei Fleischrindern. Ältere Kühe, Tiere mit hoher Milchleistung und Kühe, die bereits einmal eine Nachgeburtsverhaltung hatten, sind besonders gefährdet.
Intaktes Immunsystem
Voraussetzung für eine normale Geburt und einen zeitnahen Abgang der Nachgeburt ist laut aid.de ein intaktes Immunsystem der Kuh und eine ausgereifte Plazenta. Sowohl eine verkürzte als auch eine verlängerte Tragezeit können zu einer Nachgeburtsverhaltung führen, wenn die Plazenta mangelhaft ausgereift ist oder der Lösungsprozess innerhalb der Plazentome (Verbindung der Nachgeburt mit der Gebärmutter) behindert wird.
Stoffwechselstörungen und Mangelernährung (Ketose, Hypokalzämie, Selenmangel), Entzündungsprozesse innerhalb des Uterus sowie Stress und Schmerz gelten als weitere mögliche Ursachen. Gerade nach einer Geburtshilfe kann es zu Problemen mit der Nachgeburt kommen. Offensichtlich führen die Eingriffe im Uterus und im Geburtskanal zu Traumen und dadurch zu einer verminderten Hormonausschüttung im weiteren Geburtsverlauf.
Hormongaben
Nach einem Nachgeburtsverhalten entwickelt sich oft eine Gebärmutterentzündung. Daher ist bei der Abnahme der Nachgeburt unbedingt auf gute hygienische Bedingungen zu achten. Bewährt hat sich die Verabreichung von Oxytocin und Carbetocin, die vermehrt Kontraktionen des Uterus auslösen und so den Ausstoss der Nachgeburt beschleunigen.