Die aktuellen BVD-Fälle (Bovine Virus-Diarrhoe) in Uri drückten am vergangenen Samstag anlässlich der ansonsten vorzüglichen Jubiläumsschau der VZG Haldi auf die Stimmung. Zwei Genossenschaftsmitglieder durften nicht an der Schau teilnehmen. .
Diese sömmerten ihre Rinder auf einer der beiden Urner Rinderalpen, auf denen am 4. und 8. August aufgrund von Aborten von zwei Rindern ein positiver BVD-Antikörperbefund gemacht wurde. Paradoxerweise wurden die Blutuntersuchungen unter anderem erst am letzten Dienstag respektive Donnerstag auf den beiden genannten Betrieben vorgenommen. Obwohl ihre Tiere,schriftlich bestätigt, alle negativ getestet wurden, sperrte das VDU diese beiden Betriebe am Freitag vor der Schau.
In der Zwischenzeit sind in den Urkantonen weit über 50 Tierhalter betroffen. Dass die Züchter, welche Tiere auf einer der beiden Alpen sömmerten, erst jetzt informiert wurden, wird nun kontrovers diskutiert. Die insgesamt rund 850 Rinder sind in der Zwischenzeit wieder auf ihren Heimbetrieben. Einzelne Tiere wurden verkauft oder nahmen sogar bereits an Viehschauen teil. Ob die Kontrolle über diese Tiere noch vorhanden ist, wird von der Basis sehr in Frage gestellt.
BVD
BVD ist eine viral (= durch ein Virus verursachte) bedingte Durchfallerkrankung. Während der Grossteil der BVD-Infektionen symptomlos, d.h. vom Landwirt unbemerkt abläuft, erkranken einige Tiere schwer an Durchfall, Fieber, Nasen- und Augenausfluss sowie Erosionen (nässende Substanzverluste) am Flotzmaul. Betroffen sind Wiederkäuer, hauptsächlich Rinder, aber auch Schafe oder Ziegen, die mit infizierten Rindern in Kontakt kommen, können erkranken. Unter besonderen Bedingungen erkranken die Tiere an der tödlichen Schleimhautform der BVD, der sogenannten Mucosal Desease (MD). Diese tritt ausschliesslich bei persistent infizierten Tieren auf, bei Tieren also, die das BVD Virus lebenslang in sich tragen und ausscheiden. blu