Zink, Kupfer und Mangan machenfit

Galtkühe muss man zwar nicht melken, aber richtig füttern. Dabei dürfen die Mineralstoffe und die Spurenelemente nicht vergessen gehen. Sie helfen der Kuh, ihre Batterien zu laden und das Immunsystem zu stärken.

Susanne Meier |

Galtkühe muss man zwar nicht melken, aber richtig füttern. Dabei dürfen die Mineralstoffe und die Spurenelemente nicht vergessen gehen. Sie helfen der Kuh, ihre Batterien zu laden und das Immunsystem zu stärken.

6 Kühe der Rassen Braunvieh und Holstein mit 7'500 bis 8'000kg Milchleistung haben Lukas Leibacher und Stephan Sachs derzeit in den beiden Ställen ihrer Betriebsgemeinschaft in Sins AG. Bei Laibacher wird gemolken, bei Sachs sind die Aufzuchtrinder und die acht Galtkühe  untergebracht.

Zu spät gekalbt

Man könnte meinen, dass diese nicht viel Aufmerksamkeit benötigen. Dem ist aber nicht so, denn Fehler insbesondere bei der Fütterung in der Galtphase wirken sich bis weit in die folgende Laktation aus. Umgekehrt müssen viele Faktoren zusammenpassen, damit Abkalben und Laktationsstart reibungslos klappen. «Unsere Kühe haben früher häufig zu spät, erst nach zehn Monaten abgekalbt», erinnert sich Sachs, «sie hatten dann Mühe mit dem Versäubern, zudem hatten wir in der Startphase oft hohe Zellzahlen in der Milch.»

Sachs und sein Fütterungsberater von der UFA, Osi Arnold, machten sich auf die Ursachensuche. Auf dem Betrieb wird silofrei gefüttert, im Frühling und im Herbst mit Halbtagesweide, im Sommer mit Eingrasen, Heu und Raufutterwürfeln, im Winter mit Heu. «Mit Ökoheu kann die Kondition der Galtkühe gut gesteuert werden, und auch die Galtzeit liegt mit sechs bis acht Wochen im Rahmen», erklärt Arnold.

Kuh und Kalb gesund

Im Verdacht hatten er und Stephan Sachs deshalb das Land, das an der Reuss liegt und sehr feucht ist: «Durch die Nässe könnte sich im Gras Schimmel befinden. Dieser schwächt das Immunsystem der Kuh.» Arnold schlug vor, dem durch gezielte Spurenelementgaben entgegenzuwirken. Dazu hat die UFA einen Galtphasenmineralstoff entwickelt, der ein Drittel mehr Zink, Kupfer und Mangan enthält als andere Produkte.

«Diese Spurenelemente  liegen zur Hälfte organisch gebunden vor und sind deshalb besonders gut verwertbar», erklärt der Fütterungsberater, «zudem ist viel Selen und Vitamin E enthalten. Das wirkt antioxidativ, stärkt das Immunsystem der Kuh und hilft bei der Regeneration des Eutergewebes.» Das Ziel seien gesündere Kühe, die besser versäubern und deshalb schneller trächtig werden, sowie auch vitalere Kälber: «Das Kalb profitiert davon, wenn die Kuh viele Abwehrkräfte hat, weil es selber erst ein eigenes Immunsystem ausbilden muss.»

Salz muss sein

Natürlich kann ein Mineralstoff allein keine Wunder bewirken. Sachs hat aber tatsächlich beobachtet, dass die Kühe seit letztem August – seit er ihn einsetzt – rascher kalben: «Dadurch ist die Galtperiode kürzer, das Risiko, dass die Kühe zu schwer werden, sinkt. Zudem sind die Zellzahlen in der Startphase gesunken. Wir werden  so weitermachen und den Trockenstehern täglich 30g Viehsalz und 100g Mineralstoff geben.»

Neben der Frage, was Spurenelemente bringen, wird auch oft über die Wirkung der Mengenelemente diskutiert. «Ich höre oft die Meinung, dass man in der Galtphase keinen Mineralstoff geben soll, damit die Kühe lernen, das Kalzium aus dem Knochen zu mobilisieren», berichtet Arnold aus seiner Arbeit im Aussendienst. «Das stimmt aber, speziell bei Hochleistungstieren, nicht. Sie müssen ihre Batterien vor der Abkalbung füllen können. Ihre Speicher sind nach der Laktation zum Teil leer.» Tatsache sei, dass in der Galtperiode ein phosphorreicher Mineralstoff mit tiefem Kalziumgehalt angezeigt sei.

Anfüttern je nach Ration

Stephan Sachs und Lukas Leibacher füttern dem Galtvieh und den laktierenden Kühen bis auf das Ökoheu dasselbe, nämlich Gras und Heu – eine Ration mit 5,3 bis 5,5MJ NEL und 120g Rohprotein pro Kilo Trockensubstanz. Deshalb ist ein Anfüttern vor dem Abkalben nicht nötig, und Sachs muss nur darauf achten, dass der Verzehr hoch bleibt.

Anders sieht es aus, wenn die laktierenden Kühe eine Ration mit anderen Komponenten – etwa Mais, Kartoffeln oder Rübenschnitzeln – erhalten. «Dann müssen sie zwei Wochen vor dem Kalben an die neue Mischung gewöhnt werden, damit sich die Pansenflora anpassen kann», warnt Arnold. «So kann nach dem Kalben ein hoher Trockensubstanzverzehr gewährleistet werden.»

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