
ZVCH-Präsident Christoph Neuhaus informierte die Anwesenden über die grossen Herausforderungen, welche dem Verband in nächster Zukunft bevorstehen.
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Präsident Christoph Neuhaus leitete erstmals als Amtsinhaber durch die Versammlung. In seinem Jahresbericht blickte er auf ein intensives erstes Jahr zurück, das er als «Lehr‑ und Wanderjahr» bezeichnete.
Zahlreiche Besuche bei Zuchtveranstaltungen in allen Landesteilen hätten ihm einen vertieften Einblick in die Strukturen, Sorgen und Potenziale der Schweizer Warmblutpferdezucht ermöglicht.
Ungewisse Verbandszukunft
Im Fokus stand die finanzielle Perspektive des Verbandes. Die Bundesbeiträge für die Warmblutpferdezucht sind derzeit nur noch bis Oktober 2028 gesichert. Im Hinblick auf das Agrarpaket 2030 droht der Wegfall der Unterstützung, da Pferde vom Bundesamt für Landwirtschaft künftig nicht mehr der Landwirtschaft zugerechnet werden sollen.
Neuhaus wies in diesem Zusammenhang auf die jahrhundertealte Tradition der Pferdezucht in der Schweiz, die hohe Anzahl an Warmblut‑ und Freibergerpferden sowie auf die Bedeutung einer eigenständigen Zucht hin. Der Verband sieht sich gefordert, sich aktiv für den Erhalt dieser Rahmenbedingungen einzusetzen, um die Zukunft des ZVCH zu sichern.
Alle Anträge angenommen
Die Versammlung genehmigte alle fünf Vorstandsanträge. Dazu zählen, dass neu alle Fohlen mittels eines neuen DNA‑Abstammungsüberprüfungsverfahren überprüft werden. Daraus resultierend auch der Beitritt zum bestehenden Datenpool grosser deutscher Zuchtverbände.
Künftig kann der Verband Mehraufwände bei Registrationskosten für im Ausland geborene Fohlen verrechnen. Als Mitglied der «World Breeding Federation for Sport Horses» werden dessen Präambel sowie die ethischen Grundsätze von «Swiss Equestrian» in die Statuten integriert.

Alle Anträge seitens des Vorstandes wurden von der Versammlung angenommen.
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Anpassungen der Finalprüfungen
Auch im Bereich Sport und Veranstaltungen stehen Veränderungen an. Der Final der Schweizermeisterschaften Jungpferde Springen wird letztmals im bisherigen Rahmen in Avenches durchgeführt. Parallel dazu geht die Schweizermeisterschaft Jungpferde Dressur neue Wege: Die Prüfungen werden künftig in die Dressurtage Winterthur integriert, um den Teilnehmenden verbesserte sportliche und organisatorische Bedingungen zu bieten.
Die Prämienzuchtstutenschau wird 2026 nochmals durch den Verband in Avenches organisiert. Ab 2027 soll die Durchführung an eine Zuchtgenossenschaft vergeben werden. Die Diskussionen rund um Qualifikationswege und Selektionskriterien zeigten den anhaltenden Bedarf an fachlichem Austausch innerhalb der Züchterschaft.

Die Leiterin der Herdebuchstelle, Anja Lüth, feiert bereits ihr 30-jähriges Jubiläum.
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