Der Beratungs- und Gesundheitsdienst für Kleinwiederkäuer (BGK) hat finanzielle Sorgen, aber Arbeit gibt es mehr als genug.
Der BGK konnte zwar neue Einnahmen generieren, die vom Parlament beschlossenen Kürzungen konnten aber nicht aufgefangen werden. So zeichnen sich Verluste von jährlich rund 30000 Franken ab, «wenn es uns nicht gelingt, Massnahmen zu ergreifen und sämtliche Einnahmen und Ausgaben zu überprüfen», wie Präsidentin Diana Camenzind an der DV in Niederönz BE betonte.
Moderhinke sanieren
Aufgrund verschiedener Krankheiten geht dem BGK die Arbeit jedenfalls nicht aus. So beobachtet man sorgenvoll, wie sich der Schweiz Blauzungen-Viren nähern, vor allem von Frankreich, wo die Restriktionszone bereits an die Schweizer Grenze reicht. «Das Auftreten von Fällen in der Schweiz ist diesen Sommer oder Herbst wahrscheinlich», warnte Tierärztin Sara Murer. Schafe, die in Frankreich gesömmert werden, müssen daher geimpft werden.
Schafe sind auch am meisten von der nun beschlossenen landesweiten Moderhinke-Bekämpfung betroffen. Allerdings betont Sektionsleiterin Rita Lüchinger, dass auch Ziegen an Moderhinke erkranken können. Für Ziegen und Milchschafe soll zudem ein neuer Beratungsdienst bei Milchqualitätsproblemen geschaffen werden.
Parasiten überwachen
Schliesslich wird auch die Parasiten-Überwachung nicht an Bedeutung verlieren, obschon der Sommer 2015 etwas Erleichterung brachte, weil sich bei Trockenheit weniger Larven entwickeln.
Laut Camenzind verfügt der BGK als Kompetenzzentrum und Bindeglied zwischen zahlreichen Organisationen – Zuchtverbände, Bundesämter, Kantone, Forschungszentren – über ein grosses Netzwerk. Das sei auch nötig, wolle man die 5293 Mitglieder mit ihren 135000 Schafen, Ziegen, Milchschafen, Hirschen und Neuweltkameliden kompetent beraten.