EU-Auflagen kaum bezahlbar

Weil die EU ihre Scrapie-Regeln verschärft, kann die Schweiz ab 2015 keine Schafe und Ziegen mehr exportieren. Auch Importe werden gestoppt, die Erhaltungszucht ist bedroht. Dabei tritt Scrapie bei uns gar nicht mehr auf.

Weil die EU ihre Scrapie-Regeln verschärft, kann die Schweiz ab 2015 keine Schafe und Ziegen mehr exportieren. Auch Importe werden gestoppt, die Erhaltungszucht ist bedroht. Dabei tritt Scrapie bei uns gar nicht mehr auf.

362 Schafe wurden 2013 über den Schafzuchtverband (SZV) aus der EU importiert. Für SZV-Präsident German Schmutz sind die Importe essenziell zur Blutauffrischung. Im gleichen Zeitraum seien 31 Schafe exportiert worden: «Speziell Schwarznasenschafe sind wegen ihrer Wolle und ihrer Ausstrahlung gefragt. Wir haben für 2014 schon wieder Anfragen.» 

Schweiz muss EU-Regel übernehmen

Mit dem Handel mit Schafen und Ziegen mit der EU dürfte ab 2015 jedoch Schluss sein – ebenso  mit dem Handel mit Sperma, Embryonen und Eizellen. Die EU verschärft die Vorschriften bezüglich Scrapie, einer BSE-ähnlichen Seuche bei Schafen und Ziegen. Diese Tierarten dürfen innerhalb der EU nur noch verstellt werden, wenn sie aus Betrieben oder Regionen mit anerkanntem Scrapiestatus wie «kontrollierbares» oder «vernachlässigbares» Risiko stammen.

Wegen der bilateralen Verträge muss die Schweiz die EU-Regel übernehmen. Das ist problematisch, denn unser Land hat keinen offiziellen Scrapiestatus – obwohl Scrapie bei uns sehr selten ist. Die Seuche trat 2005 letztmals auf. Seit 1991 gab es nur 12 Fälle, im Gegensatz zu einigen  EU-Staaten mit viel grösseren Fallzahlen. 

Teure Überwachungsprogramme

Auch wenn die Schweiz seit fast zehn Jahren scrapiefrei ist, wäre der Weg zu einem offiziellen Status lang und teuer. Laut Nathalie Rochat vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) kann der Status «kontrolliertes Risiko» frühestens nach drei und der Status «vernachlässigbares Risiko» nach sieben Jahren beantragt werden: «Die nötigen Überwachungsprogramme würden pro Jahr 200'000 bis 300'000 Franken kosten. Starten könnten wir frühestens 2016.» Ob das Sinn mache und wer gegebenenfalls die Kosten tragen solle, werde das BLV mit allen Beteiligten diskutieren.

Ursula Herren, Geschäftsführerin des Schweizerischen Ziegenzuchtverbandes, bezweifelt, dass der Aufbau von Überwachungsprogrammen mehrheitsfähig wäre: «Weil Scrapie so selten ist und keine Gefahr für den Menschen darstellt, ist es schwer, sie zu begründen und zu finanzieren.» Dass ab 2015 der Export von jährlich rund 140 Ziegen verunmöglicht werde, sei ein herber Verlust für die Schweizer Ziegenzucht: «Der Wegfall des Gen-Austausches mit Italien gefährdet zudem die Rasse Nera-Verzasca-Ziege.»

Schmutz, Herren und Rochat hoffen nun, dass die EU-Behörden umdenken. Derzeit läuft eine Umfrage unter den EU-Ländern. Die Chancen stehen gut, dass sie sich wehren.

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