Herdenschutz: Über 670 Helferinnen im Einsatz

Wieder haben im vergangenen Jahr ausgebildete Freiwillige auf Alpen und Landwirtschaftsbetrieben geholfen, Herden vor Wölfen zu schützen. Insgesamt waren 676 Freiwillige auf 40 Alpen und Betrieben im Einsatz. Die Initianten dahinter – unterstützt vom WWF – wollen damit zeigen, wie wirkungsvoll Herdenschutz durch Zusammenarbeit sein kann.

pd/clu |

2024 waren 676 ausgebildete Freiwillige auf 40 Alpen und Betrieben im Einsatz. Damit ist die Zahl der Helferinnen und Helfer gegenüber dem Vorjahr erneut gestiegen. Im letzten Jahr beteiligten sich noch 500 ausgebildete Freiwillige am Herdenschutz.

Die Idee dahinter: Die Freiwilligen unterstützen den klassischen Herdenschutz zum Beispiel mit nächtlichen Wachen, und ergänzen so sinnvoll den Einsatz von Zäunen und Hunden, wie der WWF erklärt. Die Umweltschutzorganisation unterstützt die beiden Initiativen OPPAL (Organisation zum Schutz der Alpen) und Pasturs Voluntaris (Freiwillige Hirten), die hinter den Einsätzen stehen.

OPPAL und Pasturs Voluntaris

Bei OPPAL greifen Freiwillige dem Alppersonal bei nächtlichen Wachen unter die Arme. Bei Pasturs Voluntaris helfen sie beim Auf- und Abbau von Schutz- und Weidezäunen. Die Einsätze finden in den Kantonen Wallis, Waadt, Graubünden, St. Gallen und Tessin statt. Die Freiwilligen kommen laut dem WWF teils aus den betroffenen Regionen, aber auch aus dem Mittelland und der übrigen Schweiz. Seit Beginn der Projekte im Jahr 2021 wurden insgesamt über 60’000 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet. WWF

Der WWF fordert, dass die Kantone diesen Einsätzen stärker Rechnung tragen und sie in ihre Schutzarbeit integrieren sollten. «Diese Projekte schaffen gegenseitiges Verständnis, indem sie unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zusammenbringen. So helfen sie, gesellschaftliche Gräben zu überwinden», heisst es in der Mitteilung zu den ausgewerteten Zahlen von 2024.

Hitzige Debatte um den Wolf

Die Rückmeldungen sind laut WWF beidseitig überwiegend positiv: Die Helfenden erlebten die Alpwirtschaft hautnah, die Betriebe schätzten die Entlastung. Ein Hirt aus dem Waadtländer Jura etwa berichtet in der Monatsbilanz von OPPAL: «Die Belastung durch die Wolfspräsenz hat dazu geführt, dass ich mit meiner Arbeit stark in Verzug geraten bin. Dank OPPAL kann ich viel gelassener agieren.»

Auch bei der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung schafften die Einsätze Verständnis. Dies sei angesichts der hitzigen und oft unsachlichen öffentlichen Debatte rund um den Wolf ein wichtiger Beitrag, so die Umweltschutzorganisation.

Erfolgsgeschichte des Artenschutzes

Der WWF ist überzeugt: «Die Rückkehr des Wolfs ist eine der wenigen Erfolgsgeschichten des Artenschutzes in der Schweiz.» Zugleich räumt die Organisation ein, dass die Nutztierhaltung während über 100 Jahren nicht auf die Präsenz des Wolfs ausgerichtet war. Am stärksten betroffen seien nun Bewirtschafter und Bewirtschafterinnen von Schafalpen, die ihre Tiere unter schwierigen Bedingungen schützen müssen.

Deshalb sei es wichtig, dass die Landwirtschaft nicht allein gelassen werde und von der öffentlichen Hand die nötige Unterstützung erhalte, um den Herdenschutz professionell umzusetzen. Derzeit würden nicht alle Nutztierhalter und -halterinnen adäquat unterstützt, wie der WWF betont. Auch deshalb sei eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Kantonen und Freiwilligenprojekten essenziell. So gebe es mehr Planungssicherheit für die betroffenen Betriebe.

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