Wolfsrudel tötet 60 Schafe

In Comano Terme, rund 60 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt, hat ein Wolfsrudel rund 60 Tiere einer Schafherde gerissen. Die Tiere waren eingezäunt, doch es fehlte an Strom.

Der Angriff des Wolfsrudels erfolgte in der Nacht auf den 15. April. Ein Rudel von sechs Wölfen drang in die umzäunte Weide in Dorfnähe ein, auf der sich 83 Schafe des Schafhaltungsbetriebs «La filiera della lana» befanden, schreibt Südtirol News.

Existenz bedroht

Das Rudel übersprang den Zaun der Schafsweide. Lediglich 16 Lämmer, sieben Mutterschafe und zwei Widder überlebten den Angriff. 59 Schafe wurden durch einen Biss in die Kehle von den Wölfen getötet. Anschliessend frass ein Bär eines der toten Schafe.

Lorenza und Sandro Malesardi verloren innert weniger Minuten einen grossen Teil ihrer Herde und ihrer Existenz. Vor zehn Jahren gaben die beiden ihre Berufe als Informatiker und Musiklehrerin auf, um in Comano Terme, das liegt bei Trient, ein Unternehmen zur Wollgewinnung aufzubauen. Sie wollten die gesamte Wollverarbeitungskette bis zur Herstellung von Garn anbieten. «Ich fürchte, ich muss alles schliessen», sagte Sandro Malesardi zu Südtirol News.

Kein Strom

Der Zaun, der die Schafe vor den Raubtieren schützen sollte, stand jedoch nicht unter Strom. Die Weide war mit von der Autonomen Provinz Trient finanzierten Schutzvorrichtungen ausgestattet. Diese bestanden aus einem festen Zaun mit Holzpfosten auf einer Länge von rund 1000 Metern, der mit einem Elektrozaungerät versehen war, teilte die Landesverwaltung mit.

Malesardi weist darauf hin, dass sie ihre Schafe in vier weitläufigen Weiden mit jeweils 2,5 Hektaren halten. Je länger ein Zaun, desto schwieriger sei es, eine konstante Stromzufuhr zu gewährleisten. Ihre Zäune seien 1,5 Meter hoch, höhere Zäune seien nicht erlaubt. Wölfe würden aber bis zu 2 Meter hohe Zäune überspringen, sagte er zu Südtirol News. Ihre Schafe würden helfen, die Verbuschung zu unterbinden. «Würden sie hingegen im Stall oder in kleinen, geschützten Räumen gehalten, wäre das Projekt zur Pflege des aufgegebenen Gebiets sinnlos», führte Sandro Malesardi gegenüber dem Onlineportal aus.

«Overkilling»

Gemäss Wildtierexperten wird dieses Verhalten der Wölfe als «Overkilling» bezeichnet. Es handle sich um eine instinktive Reaktion auf eine günstige Jagdgelegenheit. Die Schafe haben aufgrund der Domestizierung einen Grossteil ihres Verhaltens zur Abwehr von Raubtieren verloren, sagte Ivana Sandri, Verhaltensforscherin bei der Tierschutzorganisation Enpa, zum Onlineportal.

Die Schafe würden sich nicht rechtzeitig zurückziehen, es entstehe eine kollektive Unruhe mit chaotischen Fluchtversuchen. «Unter diesen Umständen verfällt das Rudel in eine Art opportunistischen Modus: Angesichts zahlreicher leicht zugänglicher Beutetiere, die nicht fliehen können, wird der Jagdinstinkt immer wieder ausgelöst», erklärte die Verhaltensforscherin.

Kommentare (22)

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  • Kurt Oberholzer | 21.04.2026

    Laut Bundesamt für Landwirtschaft sterben jedes Jahr zehntausende Schafe wegen Krankheit, Unfall und Wetter. Viele Bauern halten Schafe, weil diese nicht gemolken werden. Damit sind diese selbständig den ganzen Tag. Die Wolle wird grösstenteils verbrannt.


    Meine Frage; Wieso hält jemand Schafe?

  • Kangal | 21.04.2026
    Zwei Kangal Hunde hätten die Wölfe vertrieben.
  • Cello | 21.04.2026
    Ja,Ja ein Wolfsrudel reißt 60 Schafe und niemand bemerkt das ganze,der Besitzer hatt sie doch selbst so zugerichtet das es danach aussieht als wären es wölfe gewesen,pro Schaf wird er das dreifache einkassieren als er ausgegeben hatt,bei 60 Schafen kommt da schon was zusammen.Fruher hatten Schäfer grosse Hunde um die Herden zu beschützen ,warum haben sie heute keine mehr?gleiches gilt für die Bergbauern die jeden Bären gleich abknallen wollen,hätten sie grosse Hunde würden Bären oder Wölfe alleine wegen des geruchs nicht in die nähe der Tiere gehen.
    • R.Fuchs | 21.04.2026

      Eine bodenlose Frechheit, deine Unterstellungen!!!!!


      Lerne erstmal fehlerfrei zu schreiben!!!!


      Solch Grüne hat es langsam genug auf der Welt und von solchen unwissenden "Tierschützern"


      müssen wir Bauern uns diktieren lassen!!!!

    • Dr.med.vet. | 21.04.2026
      Ich finde es unglaublich anmassend, mit welcher totalen Unkenntnis hier Leute gegen unsere Bauern wettern und sich ‚pro Wolf‘ äussern. Ich war als Erstversorger bei zwei von Wölfen angegriffenen Schafherden: Es war ein Massaker, ein totaler, sinnloser Blutrausch, was diese Wölfe an den domestizierten Schafen angerichtet haben! Trotz Zaun und Strom! Für Wölfe hat es hier keinen Platz!
  • Pascal | 21.04.2026
    Hat jemand diese Wölfe ond den Bären gesehen, üben den geschrieben würte? Oder nur wider Behauptungen ? Wie währe es mal dem Menschen an dieser Misere die schuld zu geben? Den was Jäger abknallen und verzehren, da sagt niemand was. Einfach armselige Menschen, da sie man das die Welt nur von einem zerstört wird
  • Monica Rapp | 21.04.2026
    Ich verstehe nicht, warum die Zaeune nicht hoeher sind und unter Strom stehen. Sollte empfindlich bestraft werden. Arme Viecher.
  • Ulrich Heimberg | 21.04.2026

    Es "fehlte" an Strom ?! Ja, genau, ein riesengrosser FEHLER !! Solchen Tierhaltern sollten die Bewilligungen entzogen werden. Anstatt noch Halterbeiträge vom Steuerzahler auszuschütten !

  • Maier Sepp | 21.04.2026
    Die Leute die diese Viecher hier
    haben wollten sollen jetzt die Suppe auslöffeln!
    • Ulrich Heimberg | 21.04.2026
      Wir löffeln schon die zu viel produzierten Milchprodukte !
      Und warum schreibt ihr nie über die vielen Tiere (Tausende !), welche jedes Jahr einen "natürlichen" ? Tod sterben ?!
      Zudem ist ein Elektrozaun ohne Strom bloss eine reine Provokation !!
  • Monika | 21.04.2026
    Sehr interessanter Artikel, gut geschrieben
  • Peter | 21.04.2026
    Das ist das Ergebnis, wenn die Menschheit verblödet, das System versagt und die Regierungen dabei nur zuschaut. Wo ist hier der Tierschutz? Angeblich wünscht sich 90 % der Schweizer Bevölkerung mehr Tierschutz. Tierschutz wofür: für streunende Hunde? Das Tier gehört ausgerottet, oder wir Bauern nehmen es selber in die Hand. Eines sei dabei zu bedenken, wenn wir unser Giftschrank öffnen, dann nehmen wir auch Kollateralschäden in Kauf. 
    • Roland Burtschi | 21.04.2026

      OMG Peter viel bla bla wir Bauern nehmen es selber in die Hand.Wad du Direktzahlungempfer von dir lässt ist mehr als lächerlich ebenso dein Vergiften die Viecher.

    • Claudio | 21.04.2026
      Dieser Kommentar wurde von der Redaktion entfernt.
    • Ulrich Heimberg | 21.04.2026

      Für eure Überproduktionen soll auch stets der Steuerzahler die Zeche bezahlen. Schützt endlich eure Tiere, wie man es seit Jahrhunderten immer getan hat. Und haltet Haltebedingungen ein !!

    • Cello | 21.04.2026

      Legt euch Hirtenhunde zu,so wie es früher gängig war.Ein kaukasischer Hirtenhund oder Kangal nimmt es auch mit mehreren wölfen und sogar bären auf.


      Der Grund warum keine Hirtenhunde mehr eingesetzt werden liegt ganz einfach daran,das es schwierig wird zu erklären,wenn man seine Tiere selbst erledigt hatt es auf den Wolf zu schieben. Ich hoffe das mit dem Gift ist ein Scherz,sonst müsst ihr mit Konsequenzen rechnen.

    • Zuse | 21.04.2026
      Wenn eine Stadt Katze von einem Wolf getötet würde dann würde ganz anders Mitgefühl ausgesprochen als bei einem Schaf. Ein Grossteil der Menschen ist am verblöden
  • You | 21.04.2026
    Wer nicht ausreichend schützt muss mit Konsequenzen rechnen!
  • Peter | 21.04.2026
    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion entfernt.
  • Denni | 20.04.2026
    Der Mensch ist das Grösste Raubtier
  • Jürg | 20.04.2026
    Endlich ausrotten!
    • Ulrich Heimberg | 21.04.2026
      Tausende Schafe verenden Jahr für Jahr auf ihren Weiden ! Unbetreut und ungeschützt !! Sollte stets untersucht und bestraft werden.
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