Ziel: von 450 auf 900 Lämmer

Lammfleisch liegt im Trend. Das spürt auch Alois Bühler. Der Landwirt aus Buttisholz LU mästet eigene und zugekaufte Lämmer aus und verkauft sie an zwei Abnehmer. Er möchte seine Produktion verdoppeln.

Lammfleisch liegt im Trend. Das spürt auch Alois Bühler. Der Landwirt aus Buttisholz LU mästet eigene und zugekaufte Lämmer aus und verkauft sie an zwei Abnehmer. Er möchte seine Produktion verdoppeln.

Lämmer werden im Winter und im Frühling geboren, verbringen den Sommer auf der Alp und werden entweder im Herbst oder allenfalls nach der Winterweide im Frühling geschlachtet. So sieht in der Schweiz die traditionelle Lämmerhaltung aus. Einen anderen Weg geht Alois Bühler aus Buttisholz LU. Der Landwirt mästet seit drei Jahren ganzjährig eigene und zugekaufte Lämmer aus. Derzeit sind es 450 Stück im Jahr. Sein Ziel ist eine Verdoppelung.

Ganzjährige Produktion

Der Rinder- und Munimäster liefert schon seit Jahren Angus-Rinder an die Holzen Fleisch GmbH aus Ennetbürgen NW. Die Spezialitätenmetzgerei verlangt schwere und stark gedeckte Tiere (mind. Fettklasse 4), deren Fleisch sie unter anderem in die Spitzengastronomie vermarktet. «Daneben haben wir schon immer ein paar eigene Schafe gehalten und die Lämmer vermarktet», erzählt Bühler.

«Vor drei Jahren kam dann Stefan Mathis von Holzen Fleisch auf mich zu und fragte, ob es möglich wäre, ganzjährig schwere und besser gedeckte Lämmer zu liefern.» Bühler suchte daraufhin mit Ruedi Roth, Schafzüchter und Viehhändler, Betriebe, die ihm ihre Lämmer mit rund drei Monaten zur Ausmast verkaufen. Mittlerweile sind es vier Betriebe mit total 300 Mutterschafen, die sämtliche Lämmer an Bühler liefern. 

Schwarzes Bergschaf

Das Problem der Saisonalität lösen die Züchter mit dem Schwarzen Bergschaf. «Diese Rasse wird das ganze Jahr über trächtig», erklärt der 52-Jährige. «Zudem kann das Schwarze Bergschaf in zwei Jahren dreimal Junge haben, was ein wirtschaftlicher Vorteil ist.» Werden die Auen mit einem Suffolk- oder Charollais-Bock belegt, liefern die Lämmer sehr gute Fleischqualität.

Jeden ersten Freitag im Monat liefert nun Ruedi Roth im Schnitt 30 bis 40 Lämmer auf den Betrieb am Soppensee. Ein Proviande-Experte taxiert sie, und jedes Lamm wird gewogen. «Das gibt eine saubere Abrechnung», erklärt Bühler, der nach der Einstallung sämtliche Lämmer entwurmt. Zusätzlich werden von Frühling bis Herbst die Lämmer geschoren, damit sie weniger Hitzestress haben.

Ration mit 65% Mais

Die 22 bis 27 kg schweren Lämmer werden zuerst während eines Monats in einem Vormaststall mit Weide an das neue Ausmastfutter gewöhnt. Im Ausmaststall erhalten sie dann während zwei bis drei Monaten eine Totalmischration, bestehend aus 65 Prozent Maissilage, eiweissreichem Trockengras, Kraftfutter und Mineralstoffen. Im Sommer können sie zudem auf die Weide und im Winter ständig in den Auslauf. Wenn die Schlachtung naht, wiegt der Landwirt seine Tiere regelmässig, damit er sie mit 48 bis 55 kg LG verkaufen kann.

Mittlerweile liefert Bühler wöchentlich Rinder und Lämmer an Holzen Fleisch. Für die Lämmer mit bis zu 28 kg Schlachtgewicht und Fettklasse 4 erhält er einen Mehrpreis. Seit diesem Jahr verkauft der Luzerner auch Lämmer an die Metzgerei Wechsler, Nebikon LU, in das neue Programm «Zentralschweizer Lamm». Dafür müssen die Lämmer IP-Suisse-zertifiziert sein und eine elektronische Ohrmarke tragen.

Zwei Abnehmer

«IP-Suisse-Weidelämmer auf dem freien Markt zu kaufen, ist kaum möglich und schon gar nicht das ganze Jahr über», erklärt er. «Deshalb habe ich mir eigene Lieferbetriebe gesucht.» Diesen zahle er einen Mehrpreis pro Lamm. Ein Vorteil dieses Systems sei auch, dass er direkt Rücksprache mit den Züchtern nehmen könne, wenn etwas nicht stimme.

Bühler ist zufrieden mit seinem System: «Es läuft gut. Beide Abnehmer zahlen für die verlangte Fleischqualität einen fairen Preis.» Er betont aber auch: «Man muss Freude an Lämmern und Schafen haben für einen solchen Betriebszweig.» Er will damit einen Beitrag zur Stärkung der regionalen Lammfleischproduktion leisten.

Betriebsspiegel

Betrieb Alois und Margrit Bühler, Soppensee, Buttisholz LU
35 ha LN
330 Rinder- und Munimastplätze. Haltung nach IP-Suisse- und BTS-Vorschriften.
12 eigene Mutterschafe mit Lämmern
Zukauf und Ausmast von rund 450 Lämmern pro Jahr. Arbeitskräfte: Betriebsleiterpaar plus ein Teilzeitangestellter zu 30 bis 50%.
Sämtlicher Hofdünger wird in der Biogasanlage «Hopöschen» vergärt (Gülle per Bodenleitung).


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