«Am meisten Chancen hat Kleopatra»

Flavio Ferrari vom Strickhof-Mutterkuhbetrieb in Wülflingen ist einer der 82 Züchter, der an der Swissopen antritt. Sechs Tiere der Rassen Simmental und Charolais führt er auf. Die Vorbereitung begann schon im Januar.

Susanne Meier |

Flavio Ferrari vom Strickhof-Mutterkuhbetrieb in Wülflingen ist einer der 82 Züchter, der an der Swissopen antritt. Sechs Tiere der Rassen Simmental und Charolais führt er auf. Die Vorbereitung begann schon im Januar.

Die Swissopen 2017 in der Vianco Arena Brunegg wartet mit einer hohen Beteiligung auf. Eingeschrieben sind 200 Kühe, Rinder und Stiere von 82 Züchtern und 13 Rassen.

Einer der Züchter, der am 1. und 2. April im Ring auflaufen wird, ist Flavio Ferrari vom Strickhof-Mutterkuhbetrieb in Wülflingen. Speziell ist, dass er Tiere von zwei verschiedenen Rassen aufführt: Charolais und Simmental. Mit insgesamt sechs Tieren nimmt Ferrari an der Swissopen teil: Mit einer Charolais-Kuh mit Kalb, einer Simmentaler-Kuh mit Kalb, einem Simmentaler-Stier und einem Simmentaler-Rind. «Allenfalls werde ich mit der ganzen Gruppe Simmentaler auch am Betriebscup mitmachen», sagt er er, «das entscheiden wir vor Ort.»

Kanadische Genetik

Sicher antreten werden die sechs Tiere als «Einzelkämpfer». Da wäre Stier Primus, eine eigene Züchtung Jojo Herkules. Weiter Rind Orka, Kleopatra Worldwide. «Das ist kanadische Genetik», erläutert der Züchter. «Wir setzen sie vermehrt ein.» Auch Orkas Mutter Kleopatra selber tritt mit einem Apostle-Kalb an der Swissopen an. Ihr Vater ist Herkules. Die Charolais-Kuh zu guter Letzt heisst Nessi (Larissa Urfe), ihr Kalb ist von Sapristi.

Am meisten Chancen rechnet Ferrari sich mit Kleopatra und Orka aus. «Das ist aber auch immer vom Richter abhängig», betont er. Urs Schmied, der die Simmentaler richtet, kenne er persönlich, «er beschreibt auch bei mir auf dem Betrieb die Tiere. Die anderen Richter kenne ich nicht – obschon sie zum Teil schon an früheren Swissopen im Einsatz waren.»

Genetisch hornlos

Der ausgebildete Agrotechniker Ferrari wurde erst 2014 Betriebsleiter des Fleischrinderzuchtbetriebs am Strickhof-Standort Wülflingen ZH. Hauptstandort ist Lindau. «Wir haben in Wülflingen schwergewichtig Mutterkuhhaltung, aber auch Ackerbau, eine Obstanlage und Reben. Der Fokus liegt aber klar auf der Fleischrinderzucht, und dafür schlägt mein Herz», sagt Ferrari.

Entsprechend ambitioniert setzt er die Zuchtziele um: «Wir setzen am Strickhof  bei den beiden Linien auf die Hornlos-Zucht. Bei den Simmentalern sind schon über 80 Prozent der Tiere genetisch hornlos, bei den Charolais ist es schwerer, hornlose Stiere zu finden.» Schliesslich müsse auch die Milchleistung stimmen – auch bei den Charolais, denn Milch ist Gratis-Kraftfutter für die Kälber. Leichte Abkalbungen seien dank gezielten Anpaarungen auch bei den Charolais kein Problem mehr, obschon die Rasse diesbezüglich ja keinen guten Ruf habe. Wichtig sind weiter gute Fundamente, damit die Tiere geweidet werden können. 

Je 20 Kühe

Während der Vegetationsperiode sind die Kühe mit den Kälbern tagsüber auf den Weiden, zugefüttert wird eine TMR mit 70 Prozent Gras- und 30 Prozent Maissilage. Dazu erhalten die Kälber wenig Kraftfutter, damit die Kälber von Müttern mit weniger guter Milchleistung ihren Bedarf decken können. Eiweisserbsen, Mais und Getreide im Müesli-Mix stammen aus den Versuchsparzellen des Strickhofs. Rinder und Galtkühe sind im Sommer permanent auf der Weide, im Winter erhalten sie Ökoheu. Ein Teil der Rinder wird gealpt.

Die Fleischrinderherde besteht aus je 20 Kühen mit Kälbern der Rassen Charolais und Simmental, dazu kommen die Rinder und einige Stiere. Doch Ferrari ist das nicht genug: «Neu bauen wir am Strickhof eine Herde mit F1-Produktionskühen Charolais Grauvieh auf. Wir nennen diese Kreuzung Grauolais. Mit der Grauvieh-Genetik möchten wir die Milchleistung steigern und eher kleinere Tiere erhalten, mit denen wir auch steilere Flächen beweiden können. Die Kälber dieser F1-Kühe sollen als Natura-Beef vermarktet werden, wie das auch mit den Simmentalern, die wir nicht zur Zucht einsetzen oder verkaufen, geschieht. Einzig mit den spätreiferen Charolais produzieren wir auch SwissPrimBeef.»

Striegeln für schönes Fell

Vorerst müssen die Grauolais aber zurückstehen – und Kleopatra, Orka & Co. stehen im Fokus. Ihnen widmet Ferrari viel Zeit. Die Vorbereitung auf die Swissopen begann schon im Januar. Damals wurden die Tiere erstmals gehalftert und gestriegelt.  Seither sind sie im Stall in einem separaten Abteil untergebracht und werden spezifisch gefüttert, damit die Kondition am Tag X stimmt. Später begann das Lauftraining, und die Tiere wurden gewaschen.

Swissopen - Rassen und Richter

Folgende Richter sind an der Swissopen im Einsatz:
Urs Schmied (Simmental, Tux-Zillertaler, Braunvieh)
Thorsten Ahlers (Angus)
Olivier Lasternas (Limousin)
Torsten Kirstein (Dexter, Galloway, Highland Cattle)
Gérard Ernst (Grauvieh, Luing, Piemontese, Hereford, Charolais)

13 Rassen werden an der Swissopen aufgeführt: Angus, Braunvieh, Charolais, Dexter, Galloway, Grauvieh, Hereford, Highland Cattle, Limousin, Luing, Piemontese, Simmental, Tux-Zillertaler. sum

Geschoren hat Ferrari sie nicht. «Mit fleissigem Striegeln und Waschen bringt man ein ähnlich schönes Fell hin», ist er überzeugt. Zwei bis drei Mal pro Woche nimmt er sich jeweils zwei bis drei Stunden Zeit für die Pflege und fürs Training: «Man darf nichts erzwingen, muss aber konsequent arbeiten.» Nun bleibt noch eine Woche bis zur Swissopen – und für Ferrari beginnt damit der Endspurt. «Wir werden alle Tiere nochmals waschen», umschreibt er diesen, «und im Stall etwas mehr einstreuen, damit sie sauber bleiben. Dann kann es losgehen.»

Swissopen - das Programm

Samstag, 1. April


8 Uhr: Öffnung Festwirtschaft
8 bis 12 Uhr: Auffuhr
10 bis 12 Uhr: Ausgabe der Startnummern
13 bis 16.40 Uhr: Rangierungen der Kategorien  in zwei Ringen. Rassen: Limousin, Braunvieh, Simmental, Galloway, Grauvieh, Angus, Luing, Dexter, Piemontese
16.50 bis 18.50 Uhr: Junior Swissopen
19 Uhr: Züchterabend
20 Uhr: Unterhaltung mit Duo Liederlig

Sonntag, 2. April

7 Uhr: Öffnung Festwirtschaft
9.40 bis 12 Uhr: Rangierungen der Kategorien  in zwei Ringen. Rassen: Hereford, Highland Cattle, Angus, Charolais, Simmental, Limousin, Tux-Zillertaler
12.40 bis 14  Uhr: Wahl der Rassenchampions Braunvieh, Angus, Hereford, Simmental, Galloway, Highland Cattle, Limousin, Dexter
14  bis 14.30 Uhr: Interbreed-Wahl. Zwei weibliche Tiere pro Rasse, selektioniert durch den Rassenclub
14.30 bis 15.30  Uhr: Betriebscup Limousin und Simmental. Drei Tiere pro Betrieb
15.30 Uhr: Siegerparade und Wahl Miss und Mister Swissopen. sum

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