D: Seit 2015 haben 40 Prozent der Schweinehalter aufgehört

In Deutschland wurden zuletzt wieder etwas mehr Schweine gehalten. Auch wurden Anfang November mehr Milchkühe und Schafe gezählt. Doch der Strukturwandel wurde dadurch nicht gebremst.

AgE |

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am 22. Dezember mitteilte, belief sich der Bestand zum Stichtag 3. November insgesamt auf 21,5 Millionen Schweine, das waren 196’300 Tiere oder 0,9% mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig ging innerhalb eines Jahres die Zahl der Schweinebetriebe weiter zurück, und zwar um 430 beziehungsweise 2,7% auf 15’220.

Schweinebestand um 23 Prozent gesunken

Besonders deutlich wird der Verlust an schweinehaltenden Betrieben beim Zehnjahresvergleich. Seit 2015 haben demnach 10’500 Betriebe oder 40,8% ihre Ställe geschlossen. Im selben Zeitraum ging der Schweinebestand in Deutschland um 6,2 Millionen Tiere oder 22,3% zurück. Die Entwicklung hin zu grösseren Betrieben setzt sich also fort. Der Statistik zufolge hielt 2015 ein Betrieb durchschnittlich knapp 1100 Schweine, während es zehn Jahre später mehr als 1.400 Tiere sind.

Zum Schweinebestand stellten die Fachleute fest, dass zum Stichtag mit 9,2 Millionen Mastschweinen 626’200 Tiere oder 6,4% weniger gehalten wurden als ein Jahr zuvor. Im gleichen Zeitraum stieg laut Destatis hingegen die Zahl der Ferkel und der Jungschweine um 809’800 Tiere oder 8,1% auf 10,9 Millionen Stück. Der Bestand an Zuchtsauen lag mit 1,4 Millionen Tieren um 19’300 Stück oder 1,4% höher als im November 2024.

ISN sieht Planungsunsicherheit als Ursache

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) führt den anhaltenden Rückgang der Schweinebestände unter anderem auf Umsetzungsfristen für neue Vorgaben, fehlende Planungssicherheit und mangelnde Zukunftsperspektiven zurück.

Als «bemerkenswert» ordnet die ISN den Anstieg des Sauenbestandes vor dem Hintergrund der Herausforderungen in der Ferkelerzeugung ein. «Doch während der massive Rückgang bei den Schweinebeständen ausgebremst wurde, steigen weiterhin viele Schweinehalter aus der Erzeugung aus», so die ISN.

Rinder- und Milchkuhbestand konstant

Nahezu konstant blieb zum Stichtag mit 10,5 Millionen Tieren der Rinderbestand. Verglichen mit 2024 gab es damit rund 41’000 Rinder oder 0,4% weniger. An Milchkühen wurden 3,6 Millionen Tiere gezählt; damit legte der Milchkuhbestand innerhalb eines Jahres um 7200 Tiere oder 0,2% zu.

Im Zehnjahresvergleich war laut den Statistikern ein Rückgang um 688’000 Tiere oder 16,0% zu verzeichnen. Die Zahl der Milchviehbetriebe verringerte sich im Vergleich zu 2024 um 1500 Stück oder 3,1% auf rund 47’200. Gegenüber 2015 waren das 26100 Haltungen oder 35,6% weniger.

Etwas mehr Schafe

Mit dem Bestand an Schafen ging es in den zwölf Monaten bis Anfang November 2025 wieder etwas bergauf. Zum Stichtag wurden bundesweit insgesamt knapp 1,5 Millionen Schafe gezählt und damit 12’100 Tiere oder 0,8% mehr als ein Jahr zuvor.

Gleichwohl hat der Bestand im Zehnjahresvergleich um 56’800 Tiere oder 3,6% abgenommen. Die Zahl der Schafhalter in Deutschland belief sich zuletzt auf 9400; das waren 260 Betriebe oder 2,7% weniger als zwölf Monate zuvor. Im Vergleich zu 2015 gingen die Schafbetriebe um 490 Stück oder 5,0% zurück

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