Dänemark: Krisentreffen der Schweinebranche

Die dänische Schweinebranche schlägt Alarm: Hunderte Vertreter aus Produktion, Verarbeitung und Verbänden kamen zu einem Krisentreffen zusammen, um über die weitreichenden Umbaupläne der neuen Regierung zu beraten. Im Zentrum stehen Einschränkungen beim Ferkelhandel, strengere Tierwohlvorgaben und die Zukunft der Schweinehaltung im Land.

AgE |

Mit einem ungewöhnlich breiten Schulterschluss hat die dänische Schweinewirtschaft auf die Umbaupläne der neuen Regierung reagiert: Rund 750 Teilnehmer kamen nahe der dänischen Hafenstadt Horsens zu einem Krisentreffen zusammen.

Eingeladen hatte der dänische Schweineproduzentenverband (Danske Svineproducenter). Alles, was in der Branche Rang und Namen hatte, war vertreten, darunter der nationale Fachverband der Land- und Ernährungswirtschaft (L&F) und der Schlachtkonzern Danish Crown. Verbandschef Jeppe Bloch Nielsen wertete die hohe Beteiligung als Zeichen für den Ernst der Lage.

Die Pläne der Regierung

Anlass für das Krisentreffen gab das kürzlich vorgelegte Regierungsprogramm der neuen Mitte-links-Koalition. Es sieht unter anderem vor, den Export lebender Ferkel zu reduzieren und langfristig vorrangig Schweine für den dänischen Verbrauch oder die heimische Veredelung zu erzeugen.

Für konventionelle Betriebe ist ein vorübergehender Stopp von Neugründungen und Erweiterungen geplant. Hinzu kommen schärfere Tierwohlvorgaben, wie das Verbot der «Extremzucht», die Durchsetzung des Kupierverbots und ein Ende der Sauenfixierung.

Teilnahme an Verhandlungen umstritten

Die Details zum Umbau sollen in einer neuen «Vierparteien-Runde» aus Landwirtschaft, Natur-, Tier- und Umweltorganisationen sowie Sozialpartnern verhandelt werden. Nach dem Willen der Regierung soll das innerhalb eines halben Jahres geschehen, sonst will die Regierung dies selbst anpacken.

Für eine Teilnahme an der Vierparteien-Runde sprachen sich bei dem Treffen laut dem Veranstalter vor allem der L&F-Präsident Søren Søndergaard, der L&F-Sektorvorsitzende für Schweine, H. C. Gæmelke, und Danish-Crown-CEO Niels Ulrich Duedahl aus. Wer nicht am Tisch sitze, habe keinen Einfluss, lautete das Argument. Der Schweineproduzentenverband selbst hält sich seine Teilnahme offen.

Pläne EU-rechtskonform?

Strittig bleibt laut Verband zudem der EU-rechtliche Spielraum: Jurist Frederik Waage von der Süddänischen Universität habe die geplante Begrenzung des Ferkelexports als klar EU-rechtswidrig eingeordnet.

Baustopp und Kupierverbot seien möglicherweise unzulässig, die meisten Tierwohlauflagen dagegen wohl rechtlich machbar.

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