DK: 70 km Wildzaun erntet Kritik

In Dänemark ist eine Diskussion um den Nutzen des von der Regierung geplanten Wildzauns an der deutsch-dänischen Grenze hochgekocht.

In Dänemark ist eine Diskussion um den Nutzen des von der Regierung geplanten Wildzauns an der deutsch-dänischen Grenze hochgekocht.

Mit dem Wildzaun entlang der rund 70 km langen Grenze soll die Einwanderung von möglicherweise mit derAfrikanischen Schweinepest (ASP) infizierten Wildschweinen wirksam verhindert werden. Während die Fraktion der Sozialdemokraten im Kopenhagener Parlament den Vorschlag der Mitte-Rechts-Regierung unter Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen unterstützt, haben sich vier grüne und linke Fraktionen dagegen positioniert.

Sie bezweifeln grundsätzlich, dass mit einem solchen Zaun die Einwanderung von Schwarzwild und die ASP-Einschleppung verhindert werden können. Die erforderliche Zustimmung des Plenums zum Zaunbau dürfte dadurch aber nicht gefährdet sein. 

Tiere werden beeinträchtigt

Allerdings hat sich nun auch der World Wide Fund for Nature (WWF) in Dänemark und Deutschland gegen die Errichtung einer solchen Grenzbarriere ausgesprochen. In einem offenen Brief wies die Naturschutzorganisation in der vergangenen Woche darauf hin, dass Wildschweine beachtliche Strecken schwimmend zurücklegen könnten. Auch mit einem durchgängigen Grenzzaun hindere die Tiere daher nichts daran, in Küstennähe oder durch Fliessgewässer nach Dänemark einzuwandern.

Die Umweltschützer befürchten überdies, dass andere Wildtierarten in ihrem natürlichen Verhalten beeinträchtigt werden. „Der geplante Grenzzaun wird wichtige Naturräume durchschneiden. Wir fürchten, dass er die ökologischen Funktionen der Gebiete beeinträchtigen und Populationen wilder Säugetiere teilen wird“, warnte WWFVorstandsmitglied Christoph Heinrich.

Südgrenze abdichten

Der WWF Dänemark und der WWF Deutschland forderten die dänische Regierung auf, den Bau des Grenzzauns zu überdenken und sich stattdessen auf den massgeblichen „menschlichen Faktor“ zu konzentrieren. Um die Afrikanische Schweinepest einzudämmen, brauche es etwa die Desinfektion von Fahrzeugen, die Vermeidung von Lebensmittelmüll in der Natur und Aufklärungsarbeit von Fahrern und Jägern. Ende März hatte der damalige dänische Landwirtschaftsminister Esben Lunde Larsen den Bau von Wildzäunen entlang der Südgrenze und der wichtigsten Transitrouten sowie weitere Massnahmen zum Schutz der heimischen Schweinebranche angekündigt.

Konkret sollen an der deutsch-dänischen Grenze Zaunanlagen mit einer Höhe von 1,5 m angelegt werden. Nach Angaben des Kopenhagener Agrarressorts soll der Strassenverkehr dadurch nicht behindert werden. Auch werde man weiterhin mit Hilfe von Gattern und Toren die Überquerung der „grünen Grenze“ in Übereinstimmung mit dem Schengen-Abkommen zulassen, hiess es seitens des Ministeriums.


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