
Da die Europäische Union der weltweit grösste Exporteur von Schweinefleisch ist, rechnen Marktbeobachter trotz der laufenden Grillsaison nicht mit einer raschen Entspannung.
zvg
Die Lage an den europäischen Schlachtschweinemärkten bleibt angespannt. Das Angebot an Schlachtschweinen fällt vielerorts etwas geringer aus, dennoch wird vermehrt von Überhängen berichtet.
Gleichzeitig gestaltet sich der Handel mit Teilstücken schwierig, und zahlreiche Schlachtunternehmen klagen über fehlende Margen. Für die kommenden Wochen werden zwar saisonale Impulse erwartet, die Marktentwicklung bleibt jedoch uneinheitlich.
Deutschland: Feiertage sorgen für Überhänge
Anfang Juni hat der Druck auf den deutschen Schlachtschweinemarkt zugenommen. Aufgrund der Feiertage sind vielerorts Überhänge entstanden. Gleichzeitig gestalten sich sowohl der Inlandabsatz als auch das Exportgeschäft schwierig.
Führende Schlachtunternehmen forderten deshalb Preisabschläge, um weitere Kürzungen bei den Schlachtzahlen zu vermeiden. In einzelnen Regionen zeigt sich der Markt jedoch weiterhin ausgeglichen. Trotz des anhaltend hohen Drucks und der voraussichtlich weiterhin bestehenden Überhänge bleibt der empfohlene Vereinigungspreis unverändert.
Spanien: Knappes Angebot stützt den Markt
In Spanien wird das Angebot an Schlachtschweinen zunehmend knapper. Das geringe Ferkelangebot zu Jahresbeginn macht sich inzwischen bemerkbar. Die durchschnittlichen Schlachtgewichte sind zuletzt um rund ein Kilogramm gesunken.
Dennoch berichten die Schlachtunternehmen weiterhin von schwierigen Geschäften mit Teilstücken. Selbst die Öffnung der Philippinen für Schweinefleischexporte sorgt bislang kaum für zusätzliche Nachfrage. Entsprechend werden lediglich geringe Preisaufschläge erwartet.
Frankreich: Markt bleibt unter Druck
In Frankreich bleibt der Schweinepreis unverändert. Trotz der zuletzt reduzierten Schlachttage werden regional weiterhin Überhänge gemeldet.
Stützend wirken die sinkenden Schlachtgewichte und das rückläufige Angebot. Dennoch berichten auch französische Marktteilnehmer von schwierigen Fleischgeschäften. Der Markt steht weiterhin unter Druck.
Österreich: Fleischmarkt belastet die Preisentwicklung
In Österreich zeigt sich der Markt zweigeteilt. Während die Versorgung mit Lebendschweinen weiterhin als ausgeglichen beschrieben wird, steht der Fleischmarkt erheblich unter Druck.
Nach Angaben der Marktteilnehmer lassen sich ausserhalb des Grillsortiments viele Produkte nur schwer vermarkten. Die Ware landet zunehmend in den bereits gut gefüllten Kühlhäusern. Die Schlachtunternehmen fordern deshalb deutliche Preisanpassungen.
Als Ursachen werden der starke Preisdruck aus anderen EU-Ländern, insbesondere aus Spanien, sowie die schwächere Entwicklung am Weltmarkt genannt. Aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten habe sich die internationale Marktlage unerwartet verschlechtert.
Da die Europäische Union der weltweit grösste Exporteur von Schweinefleisch ist, rechnen Marktbeobachter trotz der laufenden Grillsaison nicht mit einer raschen Entspannung. Weitere Preisrückgänge gelten als wahrscheinlich.