Unter Leitung der Suisseporcs diskutierten die Vertreter der wichtigsten Futtermittel- lieferanten und Schweinevermarkter, welche Massnahmen zu ergriffen sind, damit sich die prekäre Marktsituation nachhaltig verbessert.
Die zu hohe Schweineproduktion werde in diesem Jahr mehr als 200 Millionen Franken an Wertschöpfung vernichten, schreibt Suisseporcs in einer Pressemitteilung. Alle Aufrufe der Suisseporcs, die Produktion zu reduzieren und Mutterschweineplätze aus der Produktion zu nehmen, hätten bisher leider keine Wirkung erzielt. Damit sei klar, dass 2012 weiterhin mit einer zu hohen Produktion und entsprechend schlechten Preisen gerechnet werden müsse.
Preis regelt Markt
Im Schweinemarkt regelt nach wie vor der Preis die Menge. Ansätze wie Lieferrechte, Schlachtprämien für Mutterschweine oder integrierte Produktion wie beim Geflügel werden von der Basis nicht getragen. Der Entscheid, ob jemand in der Schweineproduktion bleiben will, wird letztendlich vom Produzenten selber gefällt. Handel und Futtermittelindustrie haben zugesichert, dass sie in der Beratung mithelfen, damit alle Produzenten den Blick auf den mittelfristigen Markt nicht verlieren.
Der Preisaufschlag bei den Jagern Mitte November ist klar saisonal bedingt. Für ein paar wenige Wochen wird nun das Angebot etwas kleiner sein als die Nachfrage. Daraus eine Hoffnung abzuleiten, der Markt sei bereits saniert, ist falsch. Die Gesamtproduktion ist eindeutig höher als die Nachfrage. Die Mäster dürfen bei der Nachfrage nach Jagern den Blick auf den zu realisierenden Schlachtschweinepreis nicht verlieren.
Keine Garantiemast
Verschiedene Vertreter aus Handel und Futtermittelindustrie haben bestätigt, dass sie keine Form von Garantiemast oder -zucht machen. Andere haben zugesichert, dass sie keine weiteren finanziellen Mittel zur Erhaltung einer zu hohen Produktion einsetzen werden. Es liegt im Interesse aller, dass die Produzenten nach wie vor selbstständig entscheiden können und dass nicht zusätzlich Fremdkapital in die Betriebe fliesst. Finanzspritzen können zwar kurzfristig zu überbrücken helfen, bei einem übersättigten Markt verlängern sie aber das Leiden.
Verbot Vollspaltenböden
Die Branche ist sich einig, dass Zuchtbetriebe, welche mittelfristig so oder so aus der Produktion aussteigen wollen, dies jetzt tun sollten. Zuchtbetriebe, die in den nächsten Jahren investieren müssen, sollten sich bereits jetzt den Umstieg auf Mast überlegen. Mit den Änderungen im Tierschutz, welche bis 2018 in den Mastbetrieben realisiert werden müssen (Verbot Vollspaltenböden), werden viele Mastplätze verloren gehen. Handel und Futtermühlen sind bereit, hier mit der Bera-tung unterstützend mitzuwirken.