Mutterkuh Schweiz hat Hausaufgaben gemacht

Die Mutterkuhhaltersind auf Kurs. Nachfrage, Verkaufszahlen und Preisniveau stimmen. Daran soll auch nichts ändern.

Hans-Peter Widmer |

Die Mutterkuhhaltersind auf Kurs. Nachfrage, Verkaufszahlen und Preisniveau stimmen. Daran soll auch nichts ändern.

Der Rekordaufmarsch von 360 Personen zur 35. Jahresversammlung in der Vianco Arena Brunegg drückte das Selbstvertrauen bei Mutterkuh Schweiz aus. In den Begrüssungsworten des Präsidenten Corin Farrér und im Tätigkeitsbericht von Geschäftsführer Urs Vogt dominierten positive Aspekte.

Nachfrage kann nicht gedeckt werden

Kritik wurde hingegen bei den Ehrungen laut: Zwei unfreiwillig verabschiedete Berater verweigerten die Auszeichnung. Mutterkuh Schweiz verstehe sich als Gruppierung qualitätsbewusster Produzenten, sie stehe für Innovation und Selbstverantwortung und rufe nicht nach dem Staat, um ihre Produkte zu vermarkten, tönte es vom Vorstandstisch.

Verkaufszahlen, Marktaussichten und Preisniveau in den Markenprogrammen von Mutterkuh Schweiz seien erfreulich, stellte Farrér fest. Obwohl mit 36’515 Natura-Beef-Tieren und über 2’700 Natura-Veal-Tieren neue Rekordwerte erreicht wurden, konnte die Nachfrage nicht voll gedeckt werden.

Fleisch aus Gras

Fleisch aus Gras – davon ist man bei Mutterkuh Schweiz überzeugt – gewinnt an Bedeutung, weil eine auf Getreidefütterung basierende Fleischproduktion zur Konkurrenzsituation für die Humanernährung werde. Diese Meinung teilte Philipp Allemann, Leiter des Einkaufspools Fleisch/Geflügel/Convenience bei Coop. «An ihnen haben wir sehr viel Freude», schmeichelte er den Mutterkuhhaltern.

Zementierte Strukturen

Coop dehne das Qualitätsprinzip auch auf die aus dem Ausland – und zwar vermehrt aus dem Baltikum – jährlich importierten 400 Tonnen Rindfleisch aus, teilte Allemann mit.

Die Befürchtung eines Landwirts, dass dies die Inlandproduktion konkurrenzieren könnte, wehrte er ab. Ein anderer Votant bedauerte, dass Mutterkuh-Betriebe auf Nebenerwerbe angewiesen seien, weil auch Coop keine existenzsichernde Produktion gewährleiste. Das liege an den Betriebsverhältnissen, antwortete Geschäftsführer Vogt: «Wir haben die durch die Milchkontingentierung zementierten Strukturen geerbt.»

Die Mutterkuhhalter schauen genau hin, was die AP 2014– 2017 bringt. In der Stossrichtung sei die Vorlage richtig, aber sie brauche noch Korrekturen, bemerkte Farrér: «Es kann nicht sein, dass wir benachteiligt werden, weil wir unsere Hausaufgaben gemacht haben und marktfähig produzieren. Oder muss man Menge und Preis nicht im Griff haben, um sich Gehör zu verschaffen?»

BLW-Direktor: Sollte kein Unterschied zwischen Mutter- und Milchleistungskuh geben

Gespannt hörte die Versammlung darum Bernard Lehmann zu, dem Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft. Er legte die Zielsetzungen der AP 2014–2017 und deren Auswirkungen an mehreren Betriebsbeispielen dar – «die wir nicht manipuliert haben», wie er in Anspielung auf kritische Anmerkungen im «Schweizer Bauer» beifügte.

Aus seiner Sicht sollte kein Unterschied mehr zwischen einer Mutterkuh und einer Milchleistungskuh gemacht werden. Diesen Satz dürften sich die Mutterkuhhalter gemerkt haben.

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