Mit neuen Testverfahren können Seuchen schneller und genauer diagnostiziert werden. Das verändert die Seuchenstrategie. Bei einem Ausbruch der klassischen Schweinepest könnte in der EU demnächst auf die Tötung gesunder Tiere verzichtet werden.
Diese Option wurde laut aid.de am Internationalen Veterinärkongress diskutiert, weil neue Testverfahren wie die Polymerase Chain Reaction (PCR) entwickelt wurden.
Mithilfe von PCR-Tests können Erbkrankheiten und Viruserkrankungen erkannt und genetische Fingerabdrücke erstellt oder überprüft werden.
Bisher verfolgt die EU eine Nichtimpfpolitik, weil früher geimpfte und infizierte Tiere nicht sauber unterschieden werden konnten. Nach der geltenden EU-Schweinepestverordnung werden bei einem Seuchenfall auch immer gesunde Schweine im Sperrbezirk getötet, um eine Weiterverbreitung der Seuche zu verhindern.
So wurden beim letzten Seuchenzug über 150000 Schweine getötet und 260000 Blutproben untersucht. Mit dem PCR-Verfahren kann die Diagnose in kurzer Zeit erfolgen. So könnten Tiere «freigetestet» und durch eine Schutzimpfung vor einer Ansteckung geschützt werden.
Die Schweiz ist frei von der klassischen Schweinepest. Diese zählt bei uns zu den hochansteckenden und somit meldepflichtigen Tierseuchen. Bei unklaren Bestandesproblemen, die vage an die Seuche erinnern, kann eine Ausschlussuntersuchung durchgeführt werden. Dabei müssen keine seuchenpolizeilichen Massnahmen ergriffen werden.