Dänemark: Ausstiegsprogramm bei Schweinen vorgeschlagen

In Dänemark sorgt die Zukunft der Schweinehaltung für politische Spannungen. Während Umwelt- und Tierschutzorganisationen eine Reduktion fordern, bringt der Verband der Schweineproduzenten ein Ausstiegsprogramm ins Spiel.

AgE |

Der Verband der dänischen Schweineproduzenten hat der Politik ein Ausstiegsprogramm für Schweinehalter vorgeschlagen. In einer Pressemitteilung beschreibt der Branchenverband die Idee, für aktive Schweinehalter eine Regelung zur Aufgabe oder dauerhaften Umstellung ihrer Betriebe einzuführen.

Dem war ein heisser Wahlkampf vorausgegangen, bei dem die Schweineproduktion im Land politischem und öffentlichem Druck ausgesetzt war. So hatte sich eine breite Allianz aus mehreren Umwelt- und Tierschutzorganisationen gegründet, die eine Neuausrichtung der Schweinehaltung und weniger Folgen für die Umwelt einfordert.  Am 24. März wurde in Dänemark ein neues Parlament gewählt, nachdem Ministerpräsidentin Mette Frederiksen Ende Februar vorgezogene Neuwahlen ausgerufen hatte.

Kritik an der Politik

«Wir stellen fest, dass mehrere Parteien eine Reduzierung des gesamten Schweinebestands in Dänemark anstreben», erklärte der Verbandsvorsitzende Jeppe Bloch Nielsen. Er wirft den aktuell im dänischen Parlament befindlichen Parteien vor, eine Kampagne gegen die Schweineproduktion geführt zu haben, «die auf Ungenauigkeiten und falschen Behauptungen basiert».

«Wenn es nun einmal so ist, dass man in Dänemark keine Schweineproduktion mehr wünscht, dann müssen wir uns darauf einstellen und uns darauf konzentrieren, wie wir mit dieser Situation bestmöglich umgehen», führte Bloch Nielsen weiter aus. Ziel des nun vorgelegten Vorschlags sei es, den gesamten Schweinebestand anzupassen, ohne dabei finanzielle Unsicherheit und psychologischen Druck auf die Schweineproduzenten und ihre Familien auszuüben.

Vorbild bestehender Programme

Der Schweineproduzentenverband betont in dem Zusammenhang, dass es bereits für andere Bereiche ähnliche Programme im Land gegeben habe – konkret führt er Entschädigungen für den Ausstieg aus der Nerzzucht an sowie das Programm zur Verschrottung oder dauerhaften Umrüstung von Fischereifahrzeugen.

Der dänische Fachverband der Land- und Ernährungswirtschaft (L&F) zeigte Verständnis für die Schweinehalter, unterstützt ihren Vorschlag aber dennoch nicht. Laut dem gerade erst im Februar frisch ins Amt gewählten Vorsitzenden der L&F-Sektion für Schweine, HC Gæmelke, entspricht der Schweinesektor nicht dem Bild, das Medien und Politiker im Wahlkampf gezeichnet haben. In der öffentlichen Debatte seien die Folgen einer Produktionskürzung nicht zur Sprache gekommen. Stattdessen braucht es Gæmelke zufolge Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, die heimische Produktion weiterzuentwickeln und in Verbesserungen zu investieren.

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