Schweinezüchter wollen ihre Produktion um 10 Prozent drosseln

Die Schweinezüchter kriegen immer weniger Geld für ihr Fleisch: Innert weniger Wochen ist der Preis für Schweinefleisch um 25 Prozent gesunken. Nun wollen sie 10 Prozent weniger produzieren.

sda |

Die Schweinezüchter kriegen immer weniger Geld für ihr Fleisch: Innert weniger Wochen ist der Preis für Schweinefleisch um 25 Prozent gesunken. Nun wollen sie 10 Prozent weniger produzieren.

Seit 2008 ist der Preis für Schlachtschweine um 37 Prozent auf  heute 3,20 Franken pro Kilo gesunken. Für Ferkel bekommen die  Schweineproduzenten sogar 53 Prozent weniger als noch vor drei  Jahren, wie Ulrico Feitknecht, Präsident des Branchenverbands  Suisseporcs, am Donnerstag vor den Medien in Bern sagte.

Pro Franken, den der Konsument im Laden für ein Kotelett ausgibt,  kriegt der Bauer auch immer weniger: 2008 waren es rund 45 Rappen;  im Jahr 2010 noch 40 Rappen.

Mit dem Essverhalten der Schweizer Bevölkerung haben die tiefen  Preise für Schweinefleisch nichts zu tun, wie Ulrico Feitknecht  sagte. Im Gegenteil: Der Konsum sei stabil - zurzeit sogar in einem  leichten Hoch. Unter anderem die Fortschritte in der Zucht hätten  aber zu einer Überproduktion an Schweinefleisch geführt.

Hilfe der Politik unerwünscht

Die Schweineproduzenten wollen auf Hilfe vom Bund oder der  Politik verzichten: «Sollte sich die Politik auf irgendeine Weise im  Schweinemarkt betätigen, dann guet Nacht am Sechsi», sagte der Zuger  SVP-Nationalrat und Schweinezüchter Marcel Scherer.

Das Rezept der Schweinezüchter heisst Produktionssenkung um 10  Prozent. Dies wollen sie erreichen, indem sie unter anderem im  Herbst die Besamung reduzieren. So gebe es nächstes Jahr weniger  Schweine.

Starker Franken

Sorgen bereitet den Schweinezüchtern auch der starke Franken und  der damit verbundene Einkaufstourismus in die Nachbarländer. Gerade  für Fleischeinkäufe gingen viele Leute über die Grenze. Das  verschärfe die Problematik, sagte Feitknecht.

Die Schweineproduzenten wollen die Entwicklung zusammen mit den  Grossverteilern und Metzgereien stoppen: Zurzeit gebe es viele  Schweinefleisch-Aktionen in den Läden, teilte Suisseporcs mit.  

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