Sojastopp für Mutterkuhhalter

Ab sofort dürfen Natura-Beef- und Natura-Veal-Produzenten keine Sojaprodukte mehr füttern. Mutterkuh Schweiz stärkt damit ihre Graslandstrategie. Auch andere Organisationen begrüssen diesen Entscheid. Mit Umfrage

Susanne Meier |

Ab sofort dürfen Natura-Beef- und Natura-Veal-Produzenten keine Sojaprodukte mehr füttern. Mutterkuh Schweiz stärkt damit ihre Graslandstrategie. Auch andere Organisationen begrüssen diesen Entscheid. Mit Umfrage

Mutterkuh Schweiz verbietet die Sojafütterung in ihren Markenprogrammen Natura-Beef und Natura-Veal  auf den 1. November 2012. Das bekräftigte Geschäftsführer Urs Vogt gestern  an einer Pressekonferenz  in Bolligen BE. 

Betrieben, die bisher Sojaschrotprodukte eingesetzt haben, wird eine Übergangsfrist bis Ende August 2013 gewährt. Für die Mäster von SwissPrimBeef gilt das Verbot nicht. 

Überfälliger Schritt

Der Schritt zum Verbot ist für Vogt überfällig, denn die Sojafütterung stosse auf zunehmende Kritik. «Unsere Strategie ‹Fleisch aus Gras› entspricht den Erwartungen der Gesellschaft und sie entspricht auch den Mutterkuhhaltern», so Vogt. Das hätten Diskussionen an den Regionaltagungen und auch eine Umfrage gezeigt, die dieses Jahr auf rund 400 Mutterkuhbetrieben durchgeführt wurde. Diese decke Gegenden, in denen eher Soja gefüttert werde, gut ab: «Und trotzdem fallen die Ergebnisse noch deutlicher aus als erwartet. Auf nur 8 Prozent der Betriebe wurde bisher Soja an Kühe oder Kälber verfüttert.» Die Ration einer Kuh mit Kalb besteht demnach zu 92 Prozent aus Gras, Dürrfutter und Grassilage, zu 5,5 Prozent aus Silomais  und zu nur 1,3 Prozent aus Kraftfutter, hauptsächlich Getreide und Maiswürfeln. 

Soja ist nicht nötig

Einen negativen Effekt des Sojaverbots auf die Fleischqualität befürchtet man bei Mutterkuh Schweiz deshalb nicht. Vogt dazu: «Soja ist nicht nötig, wenn man Mutterkühe mit einer  guten Milchleistung wählt.» Rassen oder Kreuzungen müssten entsprechend sorgfältig auf den Betrieb abgestimmt werden.

Urs Weingartner von Coop freut sich über den Entscheid, an dem Coop  beteiligt gewesen sei: «Unsere Kunden fordern zunehmend nicht nur eine tierfreundliche, sondern auch eine ressourcenschonende Fleischproduktion.»  Auch Bio-Weide-Beef, IP-Suisse und Bio Suisse begrüssen den Schritt. «Wir ziehen ernsthaft in Erwägung, Soja auch bei Bio-Weide-Beef zu verbieten», bestätigt Bio-Weide-Beef-Berater Eric Meili.  Laut Sabine Lubow von Bio Suisse   ist aktuell nicht entschieden, ob bei Knospe-Wiederkäuern gänzlich auf Eiweissträger wie Soja  verzichtet werden soll. «Wir  haben aber zusammen mit dem FiBL aufgezeigt, dass Möglichkeiten bestehen, den Kraftfutteranteil  weiter zu senken.»
Weiter ist man bei IP-Suisse. Geschäftsführer Fritz Rothen betont: «Bei der Wiesenmilch ist die Sojafütterung ab 1. Januar 2013  verboten.»

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