Wertvollste Rinder mit vier Augen

Im Norden von Botswana wurde im Rahmen einer Studie untersucht, ob das Aufmalen von Augen auf Kuhhintern abschreckend auf Raubtiere wirkt.

Im Norden von Botswana wurde im Rahmen einer Studie untersucht, ob das Aufmalen von Augen auf Kuhhintern abschreckend auf Raubtiere wirkt.

In der Region des Okavango-Deltas im Norden von Botswana wurde anhand von 2'061 Kühen getestet, ob Augen auf den Hintern der Kühe eine abschreckende Wirkung auf Raubtiere wie Löwen oder Leoparden haben könnten. Dazu wurden einigen der Tiere Augen aufgemalt, anderen ein simples «x» und einige wurden unverändert gelassen. Das berichtet die US-amerikanische Zeitschrift für Landwirtschaft und Ernährung «Modern Farmer».

Bei der so genannten «i-cow»-Methode wird Acrylfarbe mit Schaumstoffschablonen, die wie Augen aussehen, auf den Hintern von Rindern aufgetragen. So sollen Raubtiere verwirrt und abgeschreckt werden. Resultat nach vier Jahren: 15 der 835 unbemalten Kühe fielen von Raubtieren zum Opfer, 4 der 543 Rinder mit «x» wurden ebenfalls getötet, aber jedes einzelne der 683 Tiere mit Augenzeichnung war noch am Leben.

Trotz dieser positiven Ergebnisse bleibt Studienleiter Neil Jordan von der Universität New South Wales in Australien zurückhaltend. Er geht davon aus, dass wenn die Landwirte allen Kühen Augen auf die Rückseite malen würden, die Raubtiere herausfinden könnten, dass die Augen nicht echt sind. Nur solange es auch Kühe ohne Augen auf dem Hintern gebe, könnten die Raubtiere auf diese ausweichen und diejenige mit Augen verschonen, sagt Neil. Er schlägt deshalb vor, dass die Landwirte nur die Rückseite ihrer wertvollsten Rinder mit Augen versehen.

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