Antibiotikaverbrauch bei Tieren sinkt

Der Antibiotikaverbrauch bei Tieren sinkt langfristig weiter. Die Daten des vergangenen Jahres zeigen laut dem Bund zwar Fortschritte, allerdings bestehe weiterhin Handlungsbedarf. Voraussetzung für eine erfolgreiche Reduktion sei die systematische Erfassung.

pd/sda/blu |

«Die Vertriebs- und Verschreibungsdaten 2025 bestätigen den langfristigen Rückgang des Antibiotikaverbrauchs in der Veterinärmedizin», teilt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen mit. Dies gelte auch für kritische Wirkstoffe, die für die Humanmedizin von höchster Priorität sind.

Rückgang bei Rindern, Zunahme bei Geflügel

Bei Rindern wurde erstmals über alle Kategorien und Kennzahlen hinweg ein leichter Rückgang verzeichnet. Das Verbrauchsniveau liegt bei Rindern jedoch weiterhin deutlich höher als bei Schweinen und Geflügel. Die Behandlungszahlen bleiben insbesondere bei Milchvieh und in der Kälbermast hoch. Bei Schweinen nahmen die Gesamtwirkstoffmenge und die Behandlungszahlen leicht zu. Gleichzeitig ging die Zahl der Behandlungen mit kritischen Wirkstoffen weiter zurück. «Dies deutet auf einen vermehrten Ersatz durch Penicilline hin», so das BLV.

Beim Geflügel stiegen 2025 sowohl die Gesamtwirkstoffmenge als auch, in geringerem Ausmass, die Menge kritischer Antibiotika. Im mehrjährigen Trend geht der Einsatz kritischer Wirkstoffe jedoch zurück. Bei Hunden und Pferden blieben die Werte stabil bis leicht rückläufig. Bei Katzen nahm die Wirkstoffmenge zu, während weniger kritische Wirkstoffe eingesetzt wurden.

«Die Ergebnisse zeigen Fortschritte beim sachgemässen Einsatz von Antibiotika. Weitere Verbesserungen sind vor allem bei Milchvieh und in der Kälbermast erforderlich», so die Bundesbehörde. Bei Schweinen und Geflügel gelte es, das erreichte Niveau zu halten.

Gezielte Massnahmen zur Reduktion

Der Einsatz von Antibiotika begünstige die Entstehung von Resistenzen, warnt das Bundesamt. Wenn Antibiotika empfindliche Bakterien abtöteten, könnten resistente Bakterien überleben und sich weiter vermehren. Dadurch würden bakterielle Infektionen zunehmend schwieriger zu behandeln.

Ein übermässiger oder unsachgemässer Einsatz von Antibiotika beschleunige diese Entwicklung. Deshalb sei es wichtig, den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren. Auf der Grundlage einer systematischen Erfassung können laut dem Bundesamt gezielte Massnahmen zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes ergriffen und deren Wirkung im Zeitverlauf beobachtet werden.

Seit 2008 melden die Zulassungsinhaberinnen im Veterinärbereich jährlich die vertriebene Antibiotikamenge. Seit 2019 erfolgen diese Meldungen an das «Informationssystem Antibiotika in der Veterinärmedizin». Seitdem übermitteln auch Tierärztinnen und Tierärzte ihre Verschreibungsdaten für Nutz- und Heimtiere an dieses System. Diese Erfassung ist ein zentrales Element der Umsetzung der Strategie Antibiotikaresistenzen im Bereich Tiere, mit dem Ziel, den Antibiotikaeinsatz zu senken.

×

Schreibe einen Kommentar

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

Das Wetter heute in

Lesershop

Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Richtpreise: Haben Verbände gut verhandelt?

% Ja, gut verhandelt
% Nein, zu wenig gut
% Besser als nichts

Teilnehmer insgesamt 0

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?