Die Kommission der Europäischen Union hat das deutsche Bundesland Baden-Württemberg mit Ausnahme des Landkreises Ravensburg als frei von der Bovinen Virusdiarrhoe (BVD) anerkannt.
Wie Landwirtschaftsminister Peter Hauk mitteilte, seien der Status «frei von BVD» sowie das Tilgungsprogramm im Landkreis Ravensburg von grosser Bedeutung, um den bisherigen Bekämpfungserfolg im Land und das Tiergesundheitsniveau bei der BVD zu gewährleisten. Damit gelte es, die erneute Einschleppung dieser verlustreichen und wirtschaftlich bedeutenden Tierseuche in Rinderbestände des Landes zu verhindern.
10 Jahre Tilgungsprogramm
«Das bisherige Tilgungsprogramm in Baden-Württemberg, das seit über zehn Jahren im Land verpflichtend und davor auf freiwilliger Basis durchgeführt wurde, konnte damit nun – bis auf einen Kreis – erfolgreich abgeschlossen werden», erklärte Hauk.
Ihm zufolge durfte aufgrund eines Seuchenausbruchs im Jahr 2020 in einem Rinderbestand bei Ravensburg für diesen Kreis noch kein Antrag auf BVD-Freiheit gestellt, sondern lediglich ein Tilgungsprogramm bei der EU-Kommission als Voraussetzung für eine Antragstellung auf Seuchenfreiheit eingereicht werden.
Kälber untersuchen
«Unser nächstes Ziel ist es, den Freiheitsstatus auch für den Landkreis Ravensburg zu erreichen», betonte der Minister. Damit der BVD-Freiheitsstatus im Land aufrechterhalten beziehungsweise für das nicht freie Gebiet erreicht werden kann, ist laut dem Agrarressort die Einstellung nicht freier Rinder aus dem Ausland, die Impfung von Rindern gegen die BVD sowie die Einstellung geimpfter Rinder in die Rinderbestände im freien Gebiet nicht mehr zulässig. Routinemässige Untersuchungen könnten nämlich bei weiterer Impfung von Tieren in BVD-freien Gebieten aufgrund der Feststellung von Antikörpern im Blut falsch-positive Ergebnisse liefern.
Dies würde das Erkennen eines Seuchenausbruchs verzögern sowie ein frühzeitiges Einsetzen von Bekämpfungsmassnahmen erschweren. Zudem müssten die Untersuchungen der neugeborenen Kälber auf BVD weiterhin konsequent durchgeführt werden, um den Freiheitsstaus der Rinderhaltungsbetriebe und des Landes aufrechtzuerhalten. Eine BVD-Infektion kann bei Rindern zu schweren Erkrankungen mit einer hohen Sterblichkeitsrate führen.

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