BVD-Virus zirkuliert weiterhin

Seit Anfang Jahr wurden 56 BVD-Seuchenfälle registriert. Das sind mehr als 2014 und fast so viele wie im ganzen Jahr 2013. 26 Betriebe sind derzeit gesperrt. Ob und wann das Virus ganz ausgerottet werden kann, ist offen.

Susanne Meier |

Seit Anfang Jahr wurden 56 BVD-Seuchenfälle registriert. Das sind mehr als 2014 und fast so viele wie im ganzen Jahr 2013. 26 Betriebe sind derzeit gesperrt. Ob und wann das Virus ganz ausgerottet werden kann, ist offen.

Derzeit sind in der Schweiz 26 Betriebe wegen der Tierseuche BVD (Bovine Virusdiarrhö) gesperrt. Seit Januar 2015 wurden in der Tierseuchen-Datenbank des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) 56 Seuchenfälle registriert. Zum Vergleich: 2014 wurden im ganzen Jahr 42 Fälle verzeichnet, 2013 waren es 59.

100 Millionen Franken Kosten

Die Zahlen zeigen, dass BVD noch nicht ausgerottet ist  – trotz der seit 2008 laufenden Kampagne, die Bund und Kantone bisher zwischen 80 und 100 Millionen Franken kostete. Bis Ende 2011 wurden persistent infizierte (PI-)Kälber, die das Virus lebenslang ausscheiden, mittels Ohrstanzproben ermittelt. Dann zahlten die Bauern 20 Mio. Franken. Seit 2012 läuft die BVD-Überwachung auf Kosten von Bund und Kantone über Tankmilch- und Blutproben. 

Laut Adrian Fäh vom Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen des Kantons St. Gallen ist diese Überwachung erfolgreich. Im Kanton St. Gallen wurden seit Jahresbeginn am meisten PI-Kälber entdeckt, nämlich 14, gefolgt vom Kanton Freiburg mit 8 und dem Kanton Schwyz mit 5 Seuchenfällen. «Viele BVD-Infektionen haben wir dank der Milchanalysen entdeckt», bilanziert Fäh. Meist gelange das Virus über den Zukauf eines PI-Tieres oder einer mit einem PI-Kalb trächtigen Kuh auf einen Betrieb.

Ausrottung ein hartes Stück Arbeit

Deshalb handle es sich bei den 14 BVD-Infektionen um Folgefälle. «Das ist für die betroffenen Bauern ein kleiner Trost», ist sich Fäh bewusst. «Für sie ist es schlimm. Sie haben beim Kauf ja nichts gewusst.» Er ist sich auch bewusst, dass es ein hartes Stück Arbeit wird, BVD ganz auszurotten. «Je weniger PI-Tiere es gibt, desto schwieriger wird es, diese letzten Virusträger noch ausfindig zu machen.» Dennoch verlaufe die Ausrottungskampagne erfolgreich.

Dieser Ansicht ist auch Stefan Kunfermann, Mediensprecher des BLV: «Die Reinfektionen entsprechen den Erwartungen des BLV. 99,8 Prozent der Schweizer Rindviehhaltungen sind heute BVD-frei.» Trotzdem wurde das BLV nun aktiv. Kunfermann: «Wir haben ein Merkblatt mit Verhaltensregeln für Rindviehhalter zum Thema BVD verfasst. Es wird Anfang oder Mitte Oktober publiziert.»

Der Zeitpunkt sei bewusst gewählt, da im Herbst viele Tiere von der Sömmerung  zurückkehrten. «Deshalb ist eine erhöhte Wachsamkeit  hinsichtlich BVD gefragt.» Wachsamkeit und  Mitarbeit der Tierhalter seien entscheidend für den weiteren Erfolg der Kampagne, betont Kunfermann. Trotzdem: «Wie lange es noch dauern wird, bis das Virus in der Schweiz vollständig ausgerottet ist, ist nicht vorherzusagen.»

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