Tierärzte bleiben ihrem Beruf treu, arbeiten aber zunehmend. Teilzeit. Und reine Nutztierpraxen gibt es immer weniger.
Weiblich, angestellt, im Teilzeitpensum tätig: Diese Eigenschaften kennzeichnen die neue Generation im Tierärzteberuf. Wie stark sich die Struktur der Tierärzteschaft in 30 Jahren verändert hat, zeigt eine Studie der Gesellschaft Schweizer Tierärzte. Sie hat die Laufbahnen von 1767 Tierärzten verglichen.
Weniger Selbstständige
Die Verschiebungen lassen sich am besten am Beispiel der Tierärzte im Alter von 35 Jahren erkennen. Vor 30 Jahren betrug der Frauenanteil in dieser Altersgruppe rund 20 Prozent, heute sind es gut 75 Prozent. Mitte der 80er-Jahre arbeiteten nur 8 Prozent der Tierärzte im Alter von 35 Jahren Teilzeit. Heute sind es mehr als die Hälfte. Ähnlich entwickelte sich die Erwerbsform: Waren vor 30 Jahren über 60 Prozent der 35-jährigen selbstständig, beträgt deren Anteil heute 22 Prozent.
Praxistreue
86 Prozent der Befragten, die im Alter von 30 Jahren in einer Praxis oder Klinik arbeiteten, taten dies auch mit 40 Jahren. Rund 8 Prozent wechselten in die Verwaltung oder Industrie.
Treu bleiben die Tierärzte auch gegenüber der Tierart. Wer mit 30 Jahren mit Kleintieren arbeitete, tat dies mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent auch mit 40 Jahren noch. Bei Pferden war die Verbleibquote bei 72 Prozent, bei Nutztieren 79 Prozent.
Tendenziell ist eine Bewegung weg von der reinen Nutztierausrichtung zu erkennen. Zurzeit sind noch rund ein Viertel der 35-jährigen Tierärzte im reinen Nutztierbereich tätig und über 50 Prozent im Kleintierbereich.