Beim IBR-Test werden die Antikörper nachgewiesen – das ist nicht einfach. Es gibt ein anderes Vorgehen, das dauert aber länger.
Nach einer Ansteckung mit dem IBR-Virus produziert eine Kuh zeitlich verzögert Antikörper. Deren Zahl steigt von null bis auf eine individuell unterschiedlich hohe Anzahl an und sinkt nach der Infektion wieder ab. «Je nachdem, wie viele Antikörper ein Tier zum Zeitpunkt der Untersuchung in seinem Serum hat, können wir sie entdecken oder auch nicht», erläutert Mathias Ackermann vom Virologischen Institut der Vetsuisse-Fakultät Zürich.
Speziell sehr früh sowie sehr spät in der Infektion sei das Erkennen schwierig. Ausserdem gebe es eine Anzahl Viren, die mit dem IBR-Virus verwandt seien. Die verursachen zwar keine IBR, jedoch kreuzreagierende Antikörper. Beim Test, den die meisten Labors anbieten, kann man diese nicht erkennen. Das Testresultat ist falsch-positiv.
Im Referenzlabor wird deshalb ein Neutralisationstest gemacht, der viel aufwendiger ist, dafür aber spezifischer. «Leider ist er aber auch weniger sensitiv», so Ackermann, «es braucht mehr Antikörper, damit er positiv angibt, aber er liefert keine falsch-positiven Resultate.» Die Anzahl nicht eindeutig ausfallender Tests hängt also stark vom Untersuchungszeitpunkt ab sowie davon, ob ähnliche Viren im Bestand vorkommen oder nicht.