Lumpy-Skin: Frankreich impft weiter

Frankreich setzt im Kampf gegen die Lumpy-Skin-Krankheit auch 2026 auf eine gezielte Impfstrategie in betroffenen Regionen. Der Staat übernimmt erneut die Kosten, während die Rinderhalter weiterhin mit den Folgen mehrerer Tierseuchen kämpfen. Auch in diesem Jahr werden Rinder in betroffenen Regionen immunisiert.

Bei der Bekämpfung der Lumpy-Skin-Krankheit (LSD) wird Frankreich auch in diesem Jahr auf eine Impfung setzen. Das ist jetzt im Nationalen Rat für Tier- und Pflanzengesundheit (CNOPSAV) entschieden worden. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums hat sich eine grosse Mehrheit der Gremiumsmitglieder dafür ausgesprochen, die bisherige Strategie fortzusetzen. Geimpft werden sollen die Rinder in den bislang von der Tierseuche betroffenen Regionen Auvergne-Rhône-Alpes, Bourgogne-Franche-Comté, Nouvelle-Aquitaine und Okzitanien. Keine Mehrheit fanden die alternativen Vorschläge des Ministeriums, auf die Impfung zu verzichten oder sie auf das ganze Land auszuweiten.

Auch in diesem Jahr wird der Staat die Kosten für die Impfkampagne tragen; die Rede ist von etwa 36,43 Mio. Franken (40 Mio. Euro). In den zuerst von der LSD betroffenen Regionen im Osten Frankreichs – Auvergne-Rhône-Alpes und Bourgogne-Franche-Comté – soll bereits in den kommenden Wochen mit der erneuten Immunisierung der Rinderbestände begonnen werden, um die Kampagne noch vor dem Auftrieb auf die Sommerweiden zum Abschluss zu bringen. In den Regionen an der spanischen Grenze sind die Herden hingegen erst Ende des vergangenen Jahres geimpft worden. Entsprechend soll der Impfschutz erst im Herbst erneuert werden.

Rinderhaltung weiter auf dem Rückzug

Die französischen Rinderhalter kämpfen bereits seit einigen Jahren mit grösseren Ausbrüchen verschiedener Tierseuchen. 2023 breitete sich die Epizootische Hämorrhagische Krankheit (EHD) aus. Zudem grassierte der Serotyp 8 der Blauzungenkrankheit (BTV-8). Im folgenden Jahr spielte die EHD keine nennenswerte Rolle mehr, aber mit dem Serotyp 3 (BTV-3) wurde eine neue Variante der Blauzungenkrankheit nach Frankreich eingeschleppt. Im Sommer 2025 wurde schliesslich die LSD in Frankreich nachgewiesen.Wirtschaftlich bemerkbar machen sich die Erkrankungen unter anderem durch eine gesteigerte Mortalität, Fruchtbarkeitsprobleme und Wachstumsverzögerungen. All das steigert die Belastung der Tierhalter, nicht nur durch ein höheres Arbeitsaufkommen. Nach Angaben des Instituts für Tierhaltung (Idele) waren insbesondere nach dem ersten Nachweis von BTV-3 besorgniserregende Steigerungen der Mortalitätsraten bei der Geburt von Kälbern zu beobachten.Etwas Entlastung dürfte zumindest den Mästern die Preisentwicklung verschafft haben.

So erfolgt die Ansteckung

Die wichtigste Rolle für die Verbreitung spielt die indirekte Erregerverbreitung durch stechende Insekten (beispielsweise Bremsen, Fliegen, Gnitzen, Stechmücken), Milben und Zecken.

Die Übertragung ist auch durch direkten Tierkontakt, infiziertes Sperma, unbehandelte Tierhäute und Felle und deren Produkte (zum Beispiel Jagdtrophäen), Rohfleischprodukte, Rohmilchprodukte und durch daraus gewonnenes Tierfutter inklusive Kolostrum möglich.      ats

Laut Idele war 2025 von «Rekordpreisen» geprägt. Der Strukturwandel in der Branche setzte sich allerdings ungebremst fort. Der Abbau der Tierbestände hat sich bis zuletzt nicht nennenswert verlangsamt. Den jüngsten Zahlen des Fachinstituts zufolge wurde der Bestand an Milch- und Mutterkühen in den sieben Jahren bis Ende 2025 zusammen um etwa 1 Million Tiere verkleinert. Die französische Milchviehherde umfasste zum 1. Dezember des vergangenen Jahres 3,2 Millionen Kühe, das waren 2,5 Prozent weniger als noch 2024. Die Anzahl der Mutterkühe ging im selben Zeitraum um 1,9 Prozent auf zuletzt 3,3 Millionen Tiere zurück. 2024 waren die Herden gegenüber dem Vorjahr um 2,1 beziehungsweise 2,0 Prozent verkleinert worden.

Gekoppelte Beihilfen neu ausrichten

Aus Sicht der Branche sollte unter anderem über eine Anpassung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) gegengesteuert werden. Der Fachverband der Rinderhalter (FNB) fordert, die gekoppelten Beihilfen in der kommenden Förderperiode nur für die Mutterkuhhaltung vorzusehen. Die aktuelle Regelung, die sämtliche Rinderhalter berücksichtigt, hält man beim Fachverband nicht für zielführend. Mastbetriebe müssten über vertraglich garantierte Margen unterstützt werden, heisst es dazu.

Die Mittel der GAP sollten auf die Produktion von Kälbern ausgerichtet werden. Mit der aktuellen Regelung wollte der damalige Landwirtschaftsminister Julien Denormandie die Rindermast fördern. Aus Sicht des FNB zeigt die Bestandsentwicklung allerdings deutlich, dass das nicht gelungen ist. 

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