Lumpy-Skin: Impfgegner ziehen vor Gericht

In Frankreich versuchen Impfgegner, vor dem obersten Gericht die staatliche Impfkampagne gegen die Lumpy-Skin-Krankheit zu stoppen. Sie verweisen auf einen milden Krankheitsverlauf und hohe Kosten. Das Pariser Landwirtschaftsministerium meldet hingegen weitere Erfolge bei der Eindämmung der Tierseuche und hat eine Sperrzone im Südwesten des Landes teilweise aufgehoben.

AgE |

Ungeachtet der grossen Fortschritte der französischen Impfkampagne zur Eindämmung der Lumpy-Skin-Krankheit (LSD) versuchen nun Gegner, deren Ende zu bewirken.

Unbekannter Kleinverband

Der weitgehend unbekannte Kleinverband «Verte France» hat vor dem obersten Gericht, dem Conseil d’État (Staatsrat), Beschwerde gegen die Impfkampagne eingelegt. Konkret richtet sich die Klage gegen ein Dekret des Landwirtschaftsministeriums von Mitte Dezember, mit dem die Impfung in fünf Départements sowie in den bereits bestehenden Ausbruchsgebieten vorgeschrieben wurde.

Verte France setzt sich nach eigenen Angaben seit 1999 für die Belange der Landwirtschaft und des ländlichen Raums ein und spricht sich unter anderem für den EU-Austritt Frankreichs aus. Der Verband kritisiert die mit den Impfungen verbundenen Kosten, die vom Staat getragen werden. Argumentiert wird, die Impfung sei «völlig unnötig», da die Krankheit mild verlaufe. Tatsächlich kann LSD jedoch bis zu 10 % der Tiere einer Herde töten. Hinzu kommen erhebliche wirtschaftliche Schäden, etwa durch Produktionsverluste bei Milch, geschädigte Häute sowie verringerte Gewichtszunahmen.

So erfolgt die Ansteckung

Die wichtigste Rolle für die Verbreitung spielt die indirekte Erregerverbreitung durch stechende Insekten (beispielsweise Bremsen, Fliegen, Gnitzen, Stechmücken), Milben und Zecken.

Die Übertragung ist auch durch direkten Tierkontakt, infiziertes Sperma, unbehandelte Tierhäute und Felle und deren Produkte (zum Beispiel Jagdtrophäen), Rohfleischprodukte, Rohmilchprodukte und durch daraus gewonnenes Tierfutter inklusive Kolostrum möglich.     ats

Die Rinderseuche wird gemäss den europäischen Vorschriften der Kategorie A zugeordnet, was eine sofortige Keulung betroffener Bestände erforderlich macht. Auch die Maul- und Klauenseuche (MKS) sowie die Afrikanische Schweinepest (ASP) gehören zu dieser Kategorie.

Strategie der Regierung zeigt Wirkung

Derweil vermeldet das französische Landwirtschaftsministerium weitere Erfolge bei der Eindämmung der LSD. Dem Agrarressort zufolge wurde ein Teil der sechsten Sperrzone aufgehoben. Betroffen sind rund 500 Gemeinden in den Départements Gers, Pyrénées-Atlantiques und Hautes-Pyrénées. Rinder aus dieser Zone dürfen nun unter strengen Impfauflagen aus dem Gebiet verbracht und in andere Teile Frankreichs transportiert werden.

Zudem teilte das Ministerium mit, dass die ausgeweitete Impfkampagne in zehn Départements im Südwesten Frankreichs nahezu abgeschlossen sei. Bis zum 22. Januar waren demnach 95 % der insgesamt rund 750’000 Rinder geimpft.

Italien weicht auf andere Lieferanten aus

Die Folgen der LSD bekommen die französischen Rinderhalter inzwischen auch an anderer Stelle zu spüren. Beim Absatz von Rindern verlieren sie Marktanteile im Ausland. Aufgrund des anhaltenden Rückgangs der Lebendrinderexporte weicht das Hauptabnehmerland Italien zunehmend auf andere Lieferanten aus. Nach jüngsten Informationen des Instituts für Tierzucht (Idele) haben sich italienische Mastbetriebe wegen des Mangels an abgesetzten Kälbern und der starken Marktnachfrage nach Alternativen umgesehen. Fündig geworden sind sie demnach vor allem in Mitteleuropa.

Hauptprofiteur war laut Idele bislang Tschechien, das von Januar bis Oktober 2025 rund 19’000 abgesetzte Kälber nach Italien geliefert hat – ein Plus von 9’000 Tieren innerhalb eines Jahres. Es folgte Irland mit 17’000 vermarkteten Kälbern, was einem Zuwachs von 3’000 Tieren gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zudem importierte Italien 7’000 Rinder aus Ungarn, 5’000 aus Österreich und 4’000 aus Slowenien. Die Fachleute von Idele wiesen ausserdem darauf hin, dass sich der Markt in Spanien deutlich erholt habe; die Lieferungen nach Italien hätten sich dort mit 4’000 Tieren verdoppelt.

Frankreich bleibt wichtigster Anbieter

Ungeachtet der Marktanteilsverluste bleibt Frankreich jedoch der wichtigste Lieferant für italienische Mastbetriebe. Laut Idele stellten französische Landwirte 88 % der im Betrachtungszeitraum von Italien importierten Jungrinder.

Als Hauptgründe für den Rückgang der Ausfuhren nennen die Fachleute den Bestandsabbau sowie den kontinuierlichen Rückgang der heimischen Mastbetriebe. Ende Oktober wurden die Rinderexporte aufgrund der Lumpy-Skin-Krankheit zudem für zwei Wochen ausgesetzt, was die Knappheit weiter verschärft haben.

Lumpy-Skin-Disease (LSD)

Die Krankheit befällt Rinder, Büffel und Bisons und verursacht wirtschaftliche Verluste, die hauptsächlich durch Milchleistungsrückgang und Schäden an der Haut bedingt sind. Bei von Lumpy Skin Disease befallenen Rindern bilden sich in der Haut Knoten von 0,5 bis 5 cm Durchmesser.

Die betroffenen Hautstellen sterben nach fünf bis sieben Wochen ab. Die Tiere zeigen ausserdem Symptome wie Fieber, Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit, Nasen- und Augenausfluss sowie vergrösserte Lymphknoten. Die Krankheit ist jedoch nur in sehr seltenen Fällen tödlich.

Die Lumpy-Skin-Krankheit ist eine hochansteckende und somit meldepflichtige Tierseuche. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt oder der Bestandestierärztin melden. Für den Menschen ist die Krankheit nicht gefährlich.

->   Mehr Infos gibt es hier

Kommentare (1)

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  • Gesunder Menschenverstand | 03.02.2026

    Es gibt Impfungen, die mehr Schaden als Nützen.



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