Die Verbreitung des Methicillin-resistenten Bakteriums Staphylococcus aureus (MRSA) ist nicht in erster Linie auf die landwirtschaftliche Nutztierhaltung in Deutschland zurückzuführen. Darauf hat der agrarpolitische Sprecher der niedersächsischen FDP-Landtagsfraktion, Hermann Grupe, am vergangenen Mittwoch in einer Mitteilung an die Presse aufmerksam gemacht.
Darin fordert er mit grösster Entschlossenheit bereichsübergreifend mit Veterinär- und Humanmedizinern gegen MRSA-Keime vorzugehen. „Es muss endlich Schluss sein mit den einseitigen, fachlich falschen Schuldzuweisungen an die Landwirtschaft. Die wahren Zusammenhänge über die Ursachen multiresistenter Keime drohen verschleiert zu werden. Die Keime könnten so zu einer Gefahr für Gesundheit und Leben von Menschen werden“, warnte Grupe.
Dem FDP-Agrarexperten zufolge zeigen Umfragen, dass mehr als 50 Prozent der Menschen glauben, dass die Landwirtschaft wesentliche Ursache von MRSA sei. Das Robert Koch-Institut (RKI) habe jedoch bestätigt, dass zwischen 2010 und 2013 lediglich 2 Prozent der MRSA-Fälle auf landwirtschaftliche Nutztiere hätten zurückgeführt werden können.
Grupe: „Wir müssen vor allem die Rolle von Haustieren, aber auch von Krankenhäusern in die Risikobetrachtung einbeziehen.“ In erster Linie müssten die Menschen selbst verantwortungsbewusster mit Antibiotika umgehen. Auch wenn es bequemer sei, auf die Landwirtschaft zu zeigen - das weitaus grösste Problem liege nachweisbar in der Humanmedizin.