Nachdem auf einem Hof in Appenzell Ausserrhoden Rindertuberkulose festgestellt und Kühe getötet werden mussten, ist nun auch das Fürstentum Liechtenstein betroffen. Zwei Tiere wurden bereits ausgemerzt, weitere vier werden der Schlachtung zugeführt. Weitere Kranheitsfälle sind nicht ausgeschlossen.
Der Rindertuberkulose-Fall in der Ostschweiz zieht immer weitere Kreise. Nachdem Fälle aus den Kantonen St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden gemeldet wurden, sind nun auch Bauernbetriebe in Liechtenstein von der Krankheit betroffen.
Alp 50 Kilometer von der Schweiz entfernt
Wie das Liechtensteinische Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen am Donnerstagnachmittag mitteilt, hatten im Sommer 2011 Rinder aus dem Fürstentum auf der Alpe Rauz Kontakt zu einer aktuell an Tuberkulose erkrankten Kuh. Diese hat ein anderes Tier im Kanton St. Gallen angesteckt.
Die Alpe Rauz liegt im Gebiet obere Bludenzer Alpe, rund 50 Kilometer östlich der Schweizer Grenze. Wie die Behörden im Kanton Appenzell Ausserrhoden mitteilen, habe sich die infizierte Kuh im Appenzellischen im Sommer 2011 über das Wild mit der Krankheit angesteckt.
Bis 104 Tiere betroffen?
In Liechtenstein mussten zwei Tiere, die sich mit dem Erreger angesteckt hatten, bereits geschlachtet werden. Weitere vier Tiere wurden als verdächtig eingestuft und werden in Kürze getötet. Die von der Krankheit betroffenen Betriebe stehen unter Sperre.
In naher Zukunft könnten noch weitere Betriebe von der Rindertuberkulose betroffen sein. Sämtliche Rinder, die sich im Sommer 2011 auf der Alpe Rauz aufhielten, waren der gleichen Infektionsquelle ausgesetzt. „Aus diesem Grund erfolgte eine systematische Beprobung aller Sömmerungstiere, die 2011 auf dieser Alpe waren“, heisst es im Communiqué.
Insgesamt hielten sich 104 heute noch lebende Tiere, verteilt auf 27 Betriebe, auf der Alp auf. 65 Kühe leben heute noch in Liechtenstein.
Die Tuberkulose bei Tieren der Rindergattung ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit, die mit der Bildung von knötchenförmigen Veränderungen einhergeht. Die Entwicklung ist meist schleichend und beim lebenden Tier oft nicht zu erkennen. Die Veränderungen an den Organen sind vielfältig und damit auch die Befunde bei der Fleischkontrolle. Verursacht wird die Infektion mehrheitlich durch das Bakterium Mycobacterium bovis. Es sind auch Infektionen mit dem Tuberkuloseerreger beim Rotwild (M. caprae) und demjenigen des Menschen (M. tuberculosis) möglich.