Rindertuberkulose: Paris zahlt mehr

Frankreich erhöht die Entschädigungen für wegen Rindertuberkulose gekeulte Tiere deutlich: Rinderhalter erhalten künftig ein Drittel mehr Geld, während der Staat zusätzliche Kosten vollständig übernimmt. Mit den Massnahmen reagiert die Regierung auf Forderungen der Branche und will die Seuchenbekämpfung stärken.

Frankreichs Rinderhalter erhalten eine höhere finanzielle Entschädigung, wenn Tiere nach der Diagnose von Rindertuberkulose gekeult werden müssen. Das hat Landwirtschaftsministerin Annie Genevard bekannt gegeben. Genevard kommt damit einer lang gestellten Forderung des französischen Bauernverbandes (FNSEA), der Junglandwirte (JA) sowie der Fachverbände der Rinderhalter (FNB) und der Milchproduzenten (FNPL) nach.

Verbände begrüssen die höheren Entschädigungen

Für über zwei Jahre alte Rinder steigen die pauschalen Entschädigungszahlungen Genevard zufolge um ein Drittel auf  3’069 Franken (3’350 Euro). Die Erhöhung gilt rückwirkend ab dem Start des Wirtschaftsjahres 2025/26. Reinigungs- und Desinfektionsmassnahmen sollen künftig vollständig statt wie bisher zu 75 % staatlich gefördert werden. Ebenfalls vollständig übernommen werden vom Staat die Kosten für den Abtransport der gekeulten Tiere. Diese mussten die Rinderhalter bislang selbst tragen.

Die im Rahmen des Programms zur vorübergehenden Produktionsausfallkompensation (DMP) für Milch gewährten Zuwendungen können künftig per Dekret der Präfektur des jeweiligen Départements verdoppelt werden.

In einer ersten Reaktion begrüssten massgebliche Agrarverbände die höheren Entschädigungsleistungen. FNSEA, JA, FNB und FNPL versprechen sich davon, dass die Gesundheitsmassnahmen im Kampf gegen die Rindertuberkulose bei höheren Entschädigungen besser eingehalten werden. Gleichzeitig mahnen die Verbände an, den Tuberkulose-Massnahmenplan für den Zeitraum 2024 bis 2029 vollständig umzusetzen. Knackpunkte aus ihrer Sicht sind Entschädigungen bei Lieferausfällen von Milch sowie die Stärkung des Wildtiermanagements.

Offiziell seuchenfrei seit 2001

Laut dem französischen Amt für Gesundheitsschutz in Ernährung, Umwelt und Arbeit (ANSES) gilt Frankreich seit 2001 als frei von Rindertuberkulose. Die Behörde registriert jedoch in einigen klar abgegrenzten Regionen, darunter Südwestfrankreich und die Normandie, sporadisch Ausbrüche. Diese unterliegen spezifischen Überwachungs- und Managementmassnahmen, um den Status als seuchenfrei aufrechtzuerhalten. Diese Ausbrüche haben lokal erhebliche Auswirkungen.

Neben Rindern sind ANSES zufolge viele Wildtierarten wie Hirsche, Wildschweine und Dachse für eine Infektion anfällig. Für die Fachleute erklärt das Übertragungspotenzial des Bakteriums «Mycobacterium bovis» zwischen Haus- und Wildtieren teilweise das Fortbestehen einiger Restausbrüche. Die Behörde verwies hierzu auch auf neueste Forschungsergebnisse. Diesen zufolge sind die Bakterien in der Umwelt resistent, und eine indirekte Kontamination von Rindern ist ebenfalls möglich. 

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