
Hunde – wie auch viele andere Tiere – reagieren bei lauten Geräuschen mit Flucht.
zvg
Nach Silvester bleibt tonnenweise Müll auf Feldern, Wiesen und öffentlichen Plätzen zurück. Landwirtinnen, Gemeindemitarbeitende und Ehrenamtliche müssen den Abfall mühsam einsammeln. «Dies ist nicht nur ärgerlich, sondern verursacht zusätzliche Kosten und gefährdet insbesondere Nutz- und Wildtiere», schreibt der Verein «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» in einer Mitteilung.
Bianca Körner vom Verein kritisiert, dass die Verantwortung auf die Allgemeinheit abgewälzt wird. Sie verweist dabei auf die Initiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk». Diese fordert, dass laute Feuerwerkskörper nur noch bei bewilligten öffentlichen Feuerwerken zuzulassen werden, während leise Alternativen wie Vulkane privat weiterhin erlaubt bleiben. Eine diesbezügliche Umfrage zeigt, dass grosse Feuerwerke gerne angeschaut werden, aber nur wenige Menschen möchten selbst laute Feuerwerke zünden.
-> Tierärzte für Feuerwerksinitiative

Nach uns die Sintflut, bzw. der Abfallberg. Jährlich bleiben nach Feuerwerken in öffentlichen Räumen rund 1300 Tonnen Feuerwerksreste zurück.
Initiativekomitee Feuerwerksinitiative
Feuerwerke belasten Tiere
Feuerwerk belastet Tiere in der Schweiz nachweislich stark. Tierschutzorganisationen berichten, dass Heim-, Nutz- und Wildtiere durch die lauten Knall- und Lichteffekte erheblichen Stress erleben und teils panikartig fliehen. -> Feuerwerk: So helft ihr euren Tieren
Hunde, Katzen, Pferde, Rinder und Wildtiere wie Rehe oder Vögel zeigen Angst, Desorientierung und Fluchtreaktionen. Dies kann zu Unfällen, Verletzungen oder sogar Todesfällen führen. Die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz (Sust) gibt in einer Mitteilung dazu Empfehlungen für Vorsorgemassnahmen ab.
- Schreckhafte Hunde mit einem gutsitzenden Geschirr sichern und an die Leine nehmen: Die ersten Raketenknaller beginnen bereits am Morgen oder sogar am Vortag. Auch Katzen sollten bereits ab dem Morgen Hausarrest bekommen.
- Beruhigungsmittel nur in Absprache mit dem Tierarzt: In extremen Fällen kann ein Beruhigungsmittel helfen. Alternativ eignen sich pflanzliche Mittel. Wichtig: Medikamente niemals ohne vorherige Absprache mit dem Tierarzt verabreichen!
- Ohrstöpsel sind für Haustiere tabu: Diese können zu Verletzungen führen, da Tiere andere Gehörgänge haben als Menschen.
- Kennzeichnung von Hunden und Katzen: Während für Hunde bereits eine Mikrochip-Pflicht besteht, ist das Chippen bei Katzen freiwillig – aber dennoch sehr empfehlenswert. Ein Chip hilft insbesondere dabei, entlaufene oder auch verletzte Tiere möglichst schnell mit ihren HalterInnen zusammenzuführen. Halsbänder mit Namensschild und Telefonnummer unterstützen zusätzlich.
- Geräuschkulisse schaffen: Fenster und Läden schliessen und eine gewohnte Geräuschkulisse im Haus herstellen – Radio und TV dürfen jetzt ruhig mal etwas lauter sein, die Silvesterraketen sind es schliesslich auch.
Lärm kann auf den Magen schlagen
Bei den Vierbeinern kann Angst auf den Magen schlagen oder Überreaktionen auslösen. Konsequente Nahrungsverweigerung, Durchfall, heftiges Zittern oder unaufhörliches Jaulen sind typische Anzeichen. Wer diese «Silvesterneurose» bei seinem Hund schon einmal beobachtete, sollte ihn einige Tage vor dem Jahreswechsel einem Tierarzt vorstellen.
Dieser kann Beruhigungstabletten oder -tropfen verordnen, welche die Folgen solcher Angstzustände mildern. Oft hilft es aber schon, wenn ein vertrauter Mensch am Silvesterabend bei dem Tier bleibt.