Schweizer Milchproduzenten unterstützen Forschungsprojekte zur Förderung von Kälbergesundheit, Antibiotikaeinsatz und Nutzdauer von Kühen. Eine neue Plattform Nutziergesundheit soll zudem Transparenz schaffen.
Gesunde Tiere haben für einen Milchbetriebe eine hohe wirtschaftliche Relevanz, schreibt die Organisation der Schweizer Milchproduzenten SMP, in einer Mitteilung. Deshalb unterstützt die Organisation nebst einem Pilotprojekt des Kälbergesundheitsdienstes (KGD) ein Projekt von der Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Agridea und der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) das die Nutzungsdauer der Milchkühe optimiert.
Milchbauern können mitmachen
Je gesünder Kälber sind, welche die Geburtsbetriebe verlassen oder dort aufgezogen werden, desto kleiner ist die Notwendigkeit, sie anschliessend medikamentös zu behandeln, halten die SMP fest. "Dadurch wird auch der Einsatz von Antibiotika kleiner. Die Abgänge nehmen ab und die Mastdauer kann verkürzt werden", heisst es weiter.
Das Projekt des KGD will wissenschaftlich beweisen, ob sich ein geringerer Anitbiotikaeinsatz mit einer optimierten Tränkeintensität, einer angepassten Eisen- und Selenversorgung sowie einer Impfung gegen Atemwegserkrankung erreicht werden kann. Die Studie wird bei 2000 Kälbern in der gesamten Schweiz durchgeführt. SMP-Mitglieder haben die Möglichkeit, am Projekt teilzunehmen. Für den Zusatzaufwand werden sie entschädigt.
Nutzungsdauer erhöhen
Um der sinkenden Nutzungsdauer der Milchkühe zu entgegnen, sollen Strategien entwickelt werden, wie die Nutzungsdauer der Milchkühe optimiert werden kann. "Eine richtig angewandte längere Nutzungsdauer kann die wirtschaftliche und ökologische Effizienz von Milchkühen steigern", halten die SMP fest.
Zudem initialisieren die SMP eine Plattform Nutziergesundheit. Die zahlreichen unabhängigen Tiergesundheitsdienste würden in der Schweiz ein koordiniertes Vorgehen erschweren. "Dadurch wird die transparente Information schwierig, was sich negativ auf das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten und auf die Exportmärkte auswirken kann", heisst es in der Mitteilung.
Plattform soll Dialog fördern
Die neue Plattform soll den Dialog zwischen den Akteuren fördern. Weiter sollen "anerkannte Fakten" geschaffen werden, diee zur Erarbeitung von wissenschaftlich abgestützten Empfehlungen dienen. Eine breite Abstützung mache die Plattform Nutztiergesundheit zudem zu einem wichtigen Ansprechpartner, um neue politische Programme, Förderinstrumente oder Leistungsaufträge zu erarbeiten, heisst es in der Mitteilung weiter.
Bemühungen zur Steigerung der Tiergesundheit seien in der AP22+ integriert, deshalb handle es sich um ein proaktives Vorbereiten auf die aktuelle Stossrichtung, erklärt SMP ihr Engagement.