Tierarztpraxen: Swissgenetics will den Markt aufmischen

Swissgenetics erschliesst neue Geschäftsfelder. Mit der Tochterfirma SwissVets will sie Tierarztpraxen aufbauen.

Robert Alder |

Swissgenetics erschliesst neue Geschäftsfelder. Mit der Tochterfirma SwissVets will sie Tierarztpraxen aufbauen.

4Letzte Woche hat die grösste Besamungs-organisation Swissgenetics zusammen mit sechs Tierärzten aus drei grösseren Praxen eine neue Firma, die SwissVets AG, gegründet. Als Geschäftsführer wurde der Veterinär Martin Merkli gewählt.

Ziel ist, Tierarztpraxisketten, sogenannte Satellitenpraxen, aufzubauen. Vorerst wolle man sich auf planerische Aufgaben konzentrieren. Angesprochen seien einerseits Tierarztpraxen, die sich vor einer ungelösten Nachfolgeregelung sähen, andererseits wolle man jungen Tierärzten eine Möglichkeit bieten, sich in neue Geschäftsformen einzubringen. Auf das nächste Frühjahr sei die Eröffnung der ersten eigenen Satellitenpraxis geplant, erklärt Merkli.

Synergien nutzen

Edwin Steiner, Präsident von Swissgenetics, betont: «Die Nachfolgeprobleme bei den Grosstierpraxen zeichnen sich vielerorts ab. Da wollen wir die Synergien nutzen. Schliesslich betrifft das unsere Kunden, die gemeinsamen Kunden.»

Die Besamungen mit Fleischrassenstieren nehmen markant zu, Betriebe steigen aus der Milchproduktion aus. Die Wertschöpfung aus der Besamung geht zurück. Ein Grund, um die Geschäftstätigkeit zu erweitern? Steiner verneint, das Unternehmen sei kommerziell stagnierend, doch das sei nicht der Beweggrund. Vielmehr stehe der Dienst am Kunden im Vordergrund. «Ich bin glücklich über diese Lösung und hoffe, dass es funktioniert.»

Modell ist bekannt

Das Modell der Praxisketten ist nicht neu. Im Kleintierbereich existiert seit 2010 die VETtrust AG, die heute sechs Praxen betreibt. Charles Trolliet, Präsident der Gesellschaft Schweizerischer Tierärzte GST, kennt das Problem. «Eine eigene Praxis ist immer weniger lukrativ geworden, der Unternehmergeist unter den jungen Tierärzten sinkt.»

Geregelte und flexible Arbeitszeiten würden der Verantwortung und dem Angebundensein vorgezogen. Das sei eine Feststellung, die sowohl die Männer als auch die Frauen, die heute über vier Fünftel der Studienabgänger ausmachen, betreffe.

Praxisketten seien beispielsweise in England weit verbreitet. Ein System, das auch Swissgenetics analysiert habe. Grosse Gemeinschaftspraxen seien das aus Sicht der GST favorisierte Zukunftsmodell, so Trolliet.

Effizienter werden

Vorteile einer Praxiskette sieht Trolliet im gemeinsamen Einkauf von Medikamenten, Geräten und Hilfsmitteln. Viel Potenzial sei zudem in der Administration vorhanden, indem die Korrespondenz mit den Kunden zentral geführt werden könne.

«Das Wissen über Krankheiten und Medikamente steigt in der Menge. Der Generalist verschwindet immer mehr», weiss Trolliet. So könnten in Grosspraxen die einzelnen Partner, aber auch der Tierbesitzer, vom individuellen Spezialwissen profitieren.

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