Mit einer "Aktion scharf" will der österreichische Tierschutzminister Rudolf Anschober Lebendtiertransporte in Staaten ausserhalb der EU streng regulieren. Die Einhaltung aller Tierschutzvorgaben muss sichergestellt sein, sonst dürfen diese Transporte in Österreich nicht länger abgefertigt werden, heisst es in einer Mitteilung des Ministeriums.
Mehrere schriftliche Auskünfte des russischen Dienstes für veterinärrechtliche Überwachung haben erhebliche Zweifel an der Einhaltung der EU-Tiertransportvorgaben aufkommen lassen. Anschober will jetzt rigoros prüfen lassen, bevor die Tiere auf einen Transporter verladen werden.
"Mit dem Erlass wird sichergestellt, dass die Tiere auf dem Weg in Drittstaaten regelmässig entladen werden können, sodass sie getränkt sowie gefüttert werden und sich ausreichend erholen können. Ohne klare Belege der Transportunternehmen, dass alle Auflagen eingehalten werden, darf künftig kein Tiertransport von Österreich aus in einen Drittstaat starten", so der Minister.
In einer Reaktion aus Fachkreisen der Landwirtschaft und Wirtschaft, die mit dem Gesundheitsministerium seit vielen Wochen schon in einer Arbeitsgruppe an der fachlichen Verbesserung von Tiertransporten in Drittstaaten konkrete Massnahmen beraten, zeigte man sich überrascht von der Eile der Umsetzung. Die Überbindung von EU-Recht auf Drittstaaten könnte ohne Folgenabschätzung und die notwendige aussenpolitische bilaterale Kontaktpflege von den Handelspartnern leicht missinterpretiert werden, sie wird klarerweise auch zu Erschwernissen für die beteiligten Wirtschaftspartner führen.
"Wir werden mit unserem in permanenter Weiterentwicklung befindlichen Qualitätssicherungssystem auch in Zukunft im Sinne des Gesundheitsministers dafür sorgen, dass Tiere sicher und wohlbehalten ihre Zieldestinationen erreichen und dabei Transparenz gewährleistet ist", meinte dazu ZAR-Obmann Stefan Lindner.