Biozide und Viren verursachen Bienenverluste

In den sieben untersuchten Bienenproben mit Vergiftungsverdacht im Jahr 2025 wurde eine schwere akute Vergiftung durch ein Biozid nachgewiesen. In den anderen Fällen war eine hohe Virenbelastung für die Bienenverluste verantwortlich. Dies teilt der Bienengesundheitsdienst mit.

pd/blu |

Dem Bienengesundheitsdienst (BGD) wurden letztes Jahr infolge massiven Bienenverlusts sieben Verdachtsfälle auf Bienenvergiftung gemeldet. Laboranalysen bestätigten in vier Proben eine ausserordentlich hohe Virenbelastung und in einem Fall eine Vergiftung.

Schutzmassnahmen wirken

Vergiftungen durch Pflanzenschutzmittel blieben aus. «Die aktuell wenigen nachgewiesenen Vergiftungen sind vermutlich auf zusätzliche Schutzmassnahmen und den Wegfall zahlreicher Insektizide im Pflanzenschutz zurückzuführen», erklärt Simon Gisler vom BGD. Aufgrund der hohen Nachfrage nach neuen Insektiziden und der möglichen vereinfachten Zulassungen gelte es, die Entwicklung der Vergiftungsfälle zu beobachten, so Gisler weiter.

Lockstoff in Biozid

Die einzig nachgewiesene Vergiftung wurde im August und September bei drei Bienenvölkern eines Imkers festgestellt. Wiederholt wurden grosse Mengen toter Bienen aufgefunden, schreibt der BGD. Grund dafür waren hohe Konzentrationen des im Pflanzenschutz nicht mehr zugelassenen Wirkstoffs Thiamethoxam und dessen Abbauprodukts Clothianidin.

Diese Substanzen sind in der Schweiz gemäss BGD in mehreren Biozidprodukten zur professionellen Insektenbekämpfung enthalten, insbesondere gegen Fliegen. «Der Zucker als Lockstoff kann auch Bienen anziehen», heisst es in der Mitteilung. Solche Biozide stellen gemäss BGD ein erhöhtes Risiko für Bienen dar, wenn diese bienenzugänglich ausgebracht werden.

Bienen-Paralyse-Virus

Nebst typischen Vergiftungssymptomen wie starkem Zittern, unkoordinierten Bewegungen und hoher Sterblichkeit vor dem Bienenstock wurden in mehreren Fällen auch schwarze, haarlose Bienen festgestellt. «Letzteres deutet auf das Chronische Bienen-Paralyse-Virus (CBPV) hin», schreibt der BGD. Laboranalysen bestätigten in vier Proben eine ausserordentlich hohe Virenbelastung und in einem Fall eine Vergiftung.

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